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Kinderporno-Spam nimmt zu

26.08.2004 | 10:03 Uhr |

In den vergangenen Monaten hat die Wirtschaftsinitiative "no abuse in internet" eine Zunahme von Spam-Mails mit kinderpornografischen Inhalten festgestellt. Dies ist nicht nur erschütternd, sondern könnte für Anwender schnell strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Wirtschaftsinitiative "no abuse in internet" ( Naiin ) verzeichnete in den vergangenen Monaten eine Zunahme von Spam-Mails, die für Websites mit kinderpornografischen Inhalten werben. Angaben der Organisation zufolge bezogen sich in den letzten vier Monaten 60 Prozent aller Hinweise auf Kinderpornografie bei der Internet-Meldestelle Netwatch auf derartige Mails. Zuvor betrug deren Anteil fünf Prozent.

"Das Geschäft mit Kinderpornografie scheint nun auch für Spammer zunehmend attraktiv zu werden. Keine Frage: Die Umsätze, die mit dem weltweiten Kinderporno-Handel erzielt werden, sind nach Schätzungen der UNO vergleichbar mit denen des illegalen Waffenhandels", erklärt Dennis Grabowski, Leiter der Internet-Meldestelle Netwatch. "Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Spammer dieses lukrative Geschäftsfeld, welches von dem Leid tausender Kinder lebt, für sich entdecken."

Problematisch für Anwender ist die Tatsache, dass die Mails Spam-typisch wahllos und massenhaft verschickt werden. Naiin rät Anwendern dringend davon ab, die in den Mails enthaltenen Links anzuklicken, denn sobald die Bilder auf den Rechner geladen und somit im Cache gespeichert werden, machen sich die Anwender strafbar. "Die Nutzer befinden sich somit im Besitz kinderpornografischer Schriften – nach bundesdeutschem Recht ein Straftatbestand, der mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden kann", so die Organisation.

Derartige Mails sollten ungelesen gelöscht oder bei der nächsten Polizei-Dienststelle zur Anzeige gebracht werden, so Naiin. Hinweise nimmt auch die Organisation unter dieser Internet-Adresse entgegen.

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