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Spendenwerbung per Mail sorgt für Ärger

21.10.2008 | 14:12 Uhr |

Eine Bitte um Spenden für Kinder in Not würde bei vielen Menschen nicht auf taube Ohren treffen. Doch wie ein aktueller Fall zeigt, in dem per Mail um Spenden gebeten wird, geht auch hier manchmal nicht alles mit rechten Dingen zu.

Von dem sogenannten Verein „Essen für Kinder in Not e.V.“ haben in der letzten Zeit viele Menschen eine Mail erhalten, in der um Spenden gebeten wird, welche angeblich Kindern in finanzieller Not helfen sollen. Schon der Einleitungssatz der Mail, die der Redaktion vorliegt, macht deutlich, auf welche Not der Absender hinweisen möchte: „… wußten Sie, daß beinahe 60 Prozent der sozial- und finanzschwachen Eltern in Deutschland nicht genug Geld haben, ihre Kinder ausreichend zu ernähren?“ Doch würde man tatsächlich helfen, wenn man spendet?

Berichte über diese Mails vom „Essen für Kinder in Not e.V.“ findet man im Internet seit einiger Zeit, im Forum www.antispam.de wird in einem Thread bereits seit August über dieses Thema diskutiert. Doch noch immer scheinen die dubiosen Mails versendet zu werden.

An einem Spendenaufruf an sich wird kaum jemand etwas anstößlich finden. Doch wenn nicht klar ist, wer hier tätig wird und vor allem, was mit dem Geld wirklich passiert, dann hat ein solcher Aufruf einen besonders bitteren Beigeschmack. Selbst die Not anderer könnte für Menschen ein potentielles Geschäftsmodell zu sein: Denn die Aktion des Vereins „Essen für Kinder in Not e.V.“ ist alles andere als seriös.

Die Internetseite des Vereins verweist seit einiger Zeit nicht mehr auf das Diakonische Werk, anfangs wurde mit einer Mitgliedschaft geworben. Das Diakonische Werk habe sich bereits ausdrücklich von dem Verein distanziert, weil Spendenwerbungen per Mail generell abgelehnt werden, wie ein Nutzer des genannten Forums berichtet. Auf der Homepage finden sich auch keine konkreten Beschreibungen von Projekten und Tätigkeiten des Vereins, was an sich schon unseriös wirkt. Außerdem findet sich im Internet auch ein Bericht über ungefragte Kontoabbuchungen durch den genannten Verein.

Vorsicht: Spendenaufrufe per Mail sind unüblich. Und wenn Sie einem solchen Aufruf folgen möchten, dann informieren Sie sich vorab, ob es sich um eine seriöse Institution handelt.

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