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Kim Dotcoms Prozess zum 1. Mal im Internet übertragen

31.08.2016 | 09:05 Uhr |

Kim Dotcom wehrt sich gegen die Auslieferung an die USA. Sein Prozess wurde gestern Nacht zum ersten Mal ins Internet übertragen. Heute um Mitternacht geht es weiter.

Kim Dotcom hat sich durchgesetzt. Seine Gerichts-Verhandlung gestern Nacht zum ersten Mal ins Internet übertragen. Allerdings nicht in Echtzeit, sondern mit 20 Minuten Verzögerung, damit das Gericht verhindern kann, dass Material gesendet wird, dessen Ausstrahlung das Gericht verhindern will. Die Aufnahmen müssen zudem nach der Anhörung gelöscht werden. Der Live-Stream wurde und wird auf Youtube übertragen. Dotcom bejubelte den Erfolg auf Twitter.

Kim Dotcom überschrieb die Übertragung des ersten Live.Streams mit der für ihn typischen Bescheidenheit: "Kim Dotcom vs US Empire." Wie zuvor angekündigt wurde der Live-Stream nach dem Ende der Ausstrahlung offline genommen .

Der Live-Stream wird am Donnerstag, 1.9.2016, um 10.00 Uhr vormittags neuseeländischer Zeit fortgesetzt. Als heute um Mitternacht deutscher Zeit.

Im Dezember 2015 entschied ein Gericht, dass Neuseeland Kim Dotcom und dessen drei Mitangeklagte Mathias Ortmann, Bram van der Kolk und Finn Batato an die USA ausliefern darf. Kim Dotcom und die drei Mitangeklagten legten dagegen Berufung ein, dieser neue Prozess hat am 29. August 2016 am Auckland High Court in Neuseeland begonnen. Das Gericht rechnet mit einer Verfahrungsdauer von sechs Wochen. So lange dürfte dann auch der Internet-Stream zu sehen sein.

Den Wunsch von Dotcom, dass das Verfahren live ins Internet gestreamt werde, lehnte das Gericht zunächst ab, wie neuseeländische Zeitungen berichten. Prompt erschien Kim Dotcom alias Kim Schmitz deshalb zum ersten Verfahrenstag nicht persönlich vor Gericht.

Die USA hatten Einwände gegen den Live-Stream vorgebracht. Doch letztendlich setzte sich Dotcoms Rechtsanwalt gegen die Bedenken der USA durch und überzeugte den Richter von den Vorteilen des Live-Streams. Die Begründung von Dotcoms Rechtsanwalt: Nur ein Live-Stream würde gewährleisten, dass das Verfahren fair abläuft. Der Prozess sei von öffentlichem und internationalem Interesse, fügte der Rechtsanwalt noch hinzu.

Kim Dotcom macht sich über Obama lustig
Vergrößern Kim Dotcom macht sich über Obama lustig
© Kim Dotcom Twitter

Die USA haben Dotcoms Auslieferung beantragt, weil sich dieser vor einem US-Gericht für verschiedene Anklagepunkte verantworten soll: Betrug, Geldwäsche, organisiertes Verbrechen, Verstoß gegen das Urheberrecht in vielen Fällen und die Verbreitung von Raubkopien in unzähligen Fällen. Letztendlich geht es bei all diesen Vorwürfen um Dotcoms Filesharing-Plattform Megaupload, über die laut US-Bundespolizei FBI Unmengen von Raubkopien von urheberrechtlich geschützten Filmen, Serien und Liedern verbreitet wurden.

Kim Dotcom twittert derweil eifrig für seinen Standpunkt und veröffentlichte via Twitter ein Gif, in das er ein Foto von Barack Obama eingebaut hat.

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