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"Killerspiele": Das meinen unsere Leser

23.11.2006 | 12:19 Uhr |

Kaum eine Nachricht sorgte in der letzten Zeit für derart viele Forenbeiträge, wie unser Kommentar zu der aktuellen Diskussion um das Verbot von so genannten "Killerspielen". Damit die Stimme unserer Leser nicht ungehört verhallt, möchten wir Ihnen im folgenden einen Überblick geben.

Killerspiele hier, Killerspiele da, kaum eine Tageszeitung konnte es sich verkneifen, in den letzten Tagen nicht mit einer Schlagzeile zu Computerspielen und deren mutmaßlich negativen Folgen zu erscheinen. Wolfgang Speck, Chef der Polizeigewerkschaft, forderte in einem Interview gar "ein Strafmaß ähnlich dessen der Kinderpornografie, auf jeden Fall so hoch, dass keiner glauben kann, er werde sowieso nicht erwischt". Nur vereinzelt wurden vernünftige Stimmen laut, die vor pauschaler Ursachenfindung warnten.

In unserem Forum zu unserem Kommentar haben unsere Leser bereits fleißig ihre Meinung zu diesem Themenkomplex gepostet, falls Sie noch keine Gelegenheit dazu hatten, dort mal kurz hinein zu schauen, können Sie sich in unserem folgenden Überblick ein Bild von den Ansichten unserer Leser machen.

Die Schuld bei Spielen zu suchen ist zu einfach , meint etwa Raberti1 :
"Der Amokläufer sollte sich doch -so wurde es gemeldet- wegen illegalen Waffenbesitzes vor Gericht verantworten. Gab es da vorher keine Durchsuchung seiner Wohnung einschließlich der Nebenräume? Es ist also nicht so, daß die sonst so oft gescholtene Staatsgewalt etwa nicht hingeguckt hätte. Aber wurde wirklich alles getan, damit der Amokläufer keine Waffen mehr in Besitz haben konnte? Offensichtlich nicht. Offensichtlich wurde doch nicht gründlich genug gearbeitet. Wo illegal Waffen gehortet werden, muß eben damit gerechnet werden, daß sie auch illegal eingesetzt werden. Also bitte..."
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Eltern und Lehrer sollten mehr in die Pflicht genommen werden , meint murryb2000 :
"Ich sag es noch Mal und immer wieder:
Eltern müssen (!!!) auf ihre Kinder achten, was sie spielen, welche Sorgen sie haben,
was Lehrer über das Verhalten der Kinder sagen.
Nur so kann man früh labile Kinder erkennen und denen helfen.
Sachen zu verbieten bringt nichts."
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Dass es keine einfachen Erklärungsmöglichkeiten gibt , meint auch KallWirsch :
"Das Problem hat viele Facetten. Eine der wichtigsten ist mangelhafte Betreuung durch die Eltern (sinnvolle Erziehung hat nichts mit "Antiautorität" zu tun), eine weitere die seit Jahren systematische Schwächung der Lehrerautorität (Autorität im positiven Sinne), mehrheitlich ebenfalls durch Elterneinfluß, die falsche Blickrichtung der juristisch Verantwortlichen und damit nicht zuletzt der Politik (Stichwort: Tätermentalität statt Opfermentalität), Bildungsprobleme (Stichwort: Pisa), allgemeiner Werteverfall und mangelndes Realitätsbewußtsein sowie mangelhafte Integration (ohne Ausländerfeindlichkeit !)."
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