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Kickstarter will nicht mehr nur an den Profit denken

22.09.2015 | 11:13 Uhr |

Die Gründer von Kickstarter tun, was nur 0,01 Prozent der US-Unternehmen wagen. Sie wandeln ihr Unternehmen um - mit neuem Fokus.

Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter schreibt sich Wohltätigkeit auf ihre Fahnen, zumindest ein bisschen. Kickstarter macht immer wieder einmal Schlagzeilen mit Rekordsummen - so wurden vor wenigen Monaten 6,3 Millionen Dollar für die Entwicklung eines Spiels gesammelt. Fünf Prozent gehen davon üblicherweise als Gebühr an die Betreiber der Plattform. Doch nun haben die Betreiber ihr Unternehmen in eine Benefit Corporation umgewandelt. Es handelt sich dabei keineswegs um eine gemeinnützige Organisation oder eine Non-Profit-Organisation, wie auf manchen Internetseiten nachzulesen ist. Die Benefit Corporation ist vielmehr eine Unterart der For-Profit-Gesellschaft. Sie will ganz klar Gewinn erwirtschaften, aber auch an die Auswirkungen ihrer Firmenpraktiken auf Umwelt und Gesellschaft denken. Die Gründer von Kickstarter formulieren es so: Man wolle sich nicht nur nach finanziellen Interessen richten, sondern auch an soziale Kriterien denken, heißt es im Firmen-Blog .

Ein Beispiel, was für eine Benefit Corporation nicht in Ordnung wäre, ist der aktuelle Abgas-Betrug von VW . Hier wurde die Software manipuliert mit dem Ziel, mehr Gewinn zu erwirtschaften. Und das auf Kosten der Umweltbelastung.

Nur rund 0,01 Prozent aller US-Unternehmen hätten diesen Schritt unternommen, betonen die Kickstarter-Gründer. Das könnte auch daran liegen, dass Benefit Corporations keine steuerlichen Vergünstigungen erhalten. Im Zuge der Neuausrichtung wollen die Gründer 5 Prozent ihrer jährlichen Gewinne nach der Versteuerung spenden, und zwar der Kunsterziehung und an Organisationen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen. Jedes Jahr soll es zum Erfolg der eingesetzten Spendengelder einen Bericht geben. Den ersten dieser Berichte wird es im Februar 2017 geben.

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