2007035

Kickstarter-Projekt: Massive Kritik an Anonabox

16.10.2014 | 15:15 Uhr |

Für Aufsehen hat das Kickstarter-Projekt für den Tor-Router Anonabox gesorgt. Jetzt gibt es Zweifel an der Seriosität des Projekts.

Der Tor-Router Anonabox soll neugierige Datenspione kinderleicht und bequem aussperren. Auch wir berichteten über das Kickstarter-Projekt, bei dem binnen kürzester Zeit die Finanzierungssumme von 7.500 US-Dollar übertroffen wurde. Mittlerweile sind sogar über 600.000 US-Dollar auf Kickstarter zusammen gekommen und die Finanzierungsphase geht noch knapp einen Monat. Nun gibt es aber Zweifel an der Seriosität des Projekts.

Skepsis kam auf, als das Projekt über Reddit an Popularität gewann und sich dort die Diskussionsteilnehmer die Fotos von der Anonabox genauer anschauten. Dabei fiel auf, dass bei einem Foto die Seriennummer des Tor-Routers erkennbar ist. Eine Seriennummer bei einem selbst gefertigten Router? Genau. Die weitere Recherche ergab, dass der Projekt-Initiator die abgebildete Box gar nicht selbst gebaut hat, sondern diese von einem chinesischen Hersteller von Routern stammt und nur leicht modifiziert wurde. Als Beweis dient dieser Link, der zum Angebot des chinesischen Herstellers führt, wo der Router für 20 US-Dollar bestellt werden kann.

Gegenüber Wired hat der Initiator des Projekts, August Germar, sich zu den Vorwürfen geäußert. Er räumt ein, eine modifizierte Platine des chinesischen Herstellers verwendet zu haben. Allerdings mit dessen Wissen und nachdem er einige Änderungen gewünscht habe, die für den Betrieb der Anonabox notwendig seien. So sei Flash-Speicher hinzugefügt worden. Germar gibt nun auch offen zu, dass das gezeigte Gehäuse der Anonabox vom chinesischen Hersteller geliefert worden sei und nicht speziell vom Projekt selbst erstellt worden ist, wie zunächst ursprünglich behauptet wurde.

Aufgrund der hohen Popularität und der bereits gesammelten hohen Summe, dürfte das Anonabox-Projekt nun mit gestiegener Aufmerksamkeit verfolgt werden. Anonabox verspricht auch Menschen, die in einem Land mit Internet-Zensur leben, sicher das Internet nutzen zu können. Diese Behauptung muss hieb- und stichfest belegt sein, sonst könnten den Nutzern dort ernste Gefahren drohen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2007035