Khandwa

Nach 25 Jahren - Junge findet Familie über Google Earth wieder

Montag den 16.04.2012 um 13:25 Uhr

von Benjamin Schischka

Die Stadt Khandwa in Indien.
Vergrößern Die Stadt Khandwa in Indien.
Im Alter von 5 Jahren verirrte sich Saroo Brierley in der Millionenmetropole Kalkutta. Dank Google Earth findet er seine Familie zweieinhalb Jahrzehnte später wieder.
Der Junge aus Indien soll zusammen mit seinem Bruder Züge geputzt und damit etwas Geld verdient haben. Nach der Arbeit, berichtet BBC , sei er todmüde im Zug eingeschlafen und alleine weitergefahren. Schließlich soll Saroo alleine in Kalkutta angekommen sein – 14 Stunden später. In den Slums soll sich Saroo Nahrung erbettelt haben und später in einem Waisenheim gelandet sein.

Dort sei er von einem Paar aus Tasmanien, Australien, adoptiert worden. Mittlerweile habe Saroo sein Schicksal akzeptiert und sich auf die Reise nach Australien gefreut. Als er älter wurde, sei der Wunsch in ihm gewachsen, seine biologische Familie zu treffen. Als Fünfjähriger kannte er allerdings nicht den Namen der Stadt, in der seine Eltern wohnten. Er erinnerte sich allerdings an einige markante Begebenheiten: Etwa einen Wasserfall und einen Damm. Also berechnete Saroo die ungefähre Entfernung von Kalkutta, basierend auf einer Zugreise von 14 Stunden. Er kam auf circa 1200 km und grenzte damit seine Suche ein. Schon bald soll er dann via Google Earth auf die Stadt Khandwa gestoßen sein. Am Wasserfall im Süden der Stadt habe er oft gespielt. Er habe sich auch noch an seinen Weg dorthin erinnert und diesen auf Google Earth zurückverfolgt – in seine alte Nachbarschaft. Dann habe sich Saroo nach Indien aufgemacht.

In Khandwa angekommen, fand er sein Elternhaus jedoch verlassen vor. Bei den Nachbarn fragte er nach seiner Familie. Die war zwar umgezogen, die Nachbarn führten ihn jedoch zu seiner Mutter, die sich in der Nähe aufgehalten haben soll. Saroo gibt an, sie wiedererkannt zu haben. Auch seine Mutter soll ihren verlorenen Sohn erkannt haben. Der Bruder, mit dem Saroo damals im Zug gefahren war, ist jedoch einen Monat nach Saroos Verschwinden tödlich verunglückt. Mit ihm gab es kein Wiedersehen.

Angeblich sollen sich schon Filmproduzenten für die Geschichte von Saroo interessieren.

Montag den 16.04.2012 um 13:25 Uhr

von Benjamin Schischka

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