Keiner zu Hause

Die Ruhe nach dem Sturm(-Wurm)

Donnerstag den 16.10.2008 um 09:24 Uhr

von Frank Ziemann

Nachdem die Sturm-Bande anderthalb Jahre lang eine neue Schädlingsvariante nach der anderen heraus gebracht und das damit aufgebaute Botnet zur Verbreitung von Spam genutzt hat, ist inzwischen eine womöglich trügerische Ruhe eingekehrt.

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Seit Anfang 2007 hat der so genannte Sturm-Wurm mit Hilfe aktueller Schlagzeilen und vorgeblicher Liebesbotschaften etliche 100.000 Rechner weltweit verseucht. Das so aufgebaute Botnet zählte zwischenzeitlich zu den größten seiner Art. Die davon ausgehende Spam-Flut, vorwiegend für unseriöse Arzneimittelversender, ist jedoch seit einiger Zeit zum Erliegen gekommen. Spekulationen, die Sturm-Bande habe sich zur Ruhe gesetzt, könnten jedoch falsch sein.

Die Penetration der Internet-Nutzer mit Spam ist durchaus weiterhin sehr hoch, die Spam-Mails kommen jedoch nicht mehr aus dem Sturm-Botnet. Das Mail- und Web-Sicherheitsunternehmen Marshal hat bereits einen Nachruf auf den Sturm-Wurm veröffentlicht. In seiner besten Zeit, im Sommer 2007, war das Sturm-Botnet demnach für bis zu 20 Prozent des gesamten Spam-Aufkommens verantwortlich. Aus dem Sturm-Botnet kamen vor allem Spam-Mails, die für Potenzpillen warben, Penny-Stock-Spam sowie Phishing-E-Mails.

Mittlerweile kommt praktisch nichts mehr von dort. Wenn man einen Rechner mit dem Sturm-Wurm infiziert und nach Hause telefonieren lässt, kommt von den noch existierenden Kommando-Servern nur eine Antwort wie "Geh weg, wir sind nicht da" (wörtlich: "Go away, we're not home"). Blogger Jeremy von sudosecure.net , der die Sturm-Malware seit Langem beobachtet, hat diesen Versuch unternommen. Er berichtet, er habe seit Mitte September keine Aktivitäten im Sturm-Botnet beobachtet. Es seien jedoch noch sehr viele Rechner mit dem Schädling verseucht.

Es wird spekuliert, die Sturm-Bande habe sich zurück gezogen. Andere sind der Ansicht, die Gruppe habe sich lediglich auf andere Schädlinge verlegt, weil die Sturm-Malware zu sehr unter Beschuss geraten sei. Möglicherweise gibt es auch bald ein Comeback - nach dem Sturm ist vor dem Sturm.

Donnerstag den 16.10.2008 um 09:24 Uhr

von Frank Ziemann

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