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Keine spezielle Internet-Sprache

Trotz Chat-Floskeln wie "Frechguck", "Smilie" und "Rehi" - eine spezielle "Internet-Sprache" gibt es nicht. Die Kommunikation im Netz bringt keine eigene Parallelsprache hervor, die nur noch Surfer verstehen.

Trotz Chat-Floskeln wie "Frechguck", "Smilie" und "Rehi" - eine spezielle "Internet-Sprache" gibt es nicht. Nach Einschätzung des Sprachwissenschaftlers Peter Schlobinski ist durch die Kommunikation im Netz keine eigene Parallelsprache entstanden, die nur noch Surfer verstehen. Es handle sich bei den neuen Begriffen lediglich um Variationen wie sie für lebendige Sprachen typisch sind. Auch "Normalbürger" könnten sie verstehen.

Das "Chatten" habe trotz der dort verwendeten Floskeln, Abkürzungen und grafischen Elemente sprachlich nur wenig wirklich Neues hervorgebracht. Die Debatten in den virtuellen Diskussionsforen enthielten in erster Linie Weglassungen oder umgangssprachliche Varianten, erläuterte der Professor, der sich seit Jahren mit der Internet-Kommunikation beschäftigt. Sie seien also eine Art "verschriftete Gespräche". Entgegen landläufiger Meinung sei die Chat-Sprache auch nicht mit englischen Bezeichnungen überschwemmt.

Zu den wenigen wirklich neuen Sprachmerkmalen, die sich in den Chatrooms herausgebildet haben, gehört Schlobinski zufolge die Erweiterung der so genannten Comic-Sprache. Dort verwendete Formen wie "kicher", würg", "schäm" oder "stöhn" würden um weitere Elemente ergänzt. So werde aus "guck" etwa "frechguck" oder "liebguck". Internet-spezifisch seien auch bestimmte Begrüßungsfloskeln: A sagt "hi"- B antwortet "re'" oder "rehi". Und natürlich die via Tastatur erzeugten Smilies, mit denen ein Chatteilnehmer den anderen ein Lachen signalisiert. (PC-WELT, 27.05.2000, dpa/ sp)

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