21.04.2009, 15:16

Frank Ziemann

Keine Tränen

Zango Adware ist Geschichte

Der Hersteller der berüchtigten Adware Zango hat seine Pforten geschlossen, nachdem er von dem Betreiber einer Video-Suchmaschinen übernommen worden ist. Die Zange-Adware wurde oft heimlich zusammen mit anderen Programmen installiert.
Einer der prominentesten Namen, wenn auch nicht im positiven Sinne, im Geschäft mit werbefinanzierter Software (Adware) ist Geschichte. Nachdem Blinkx PLC, Betreiber einer Video-Suchmaschine, das Adware-Unternehmen Zango Inc. übernommen hat, wird die Firma nun geschlossen. Bereits im Juni 2008 hatte Zango 68 Mitarbeiter entlassen, etwa ein Drittel Belegschaft. Seinen schlechten Namen hatte sich Zango bereits gemacht, als es sich noch "180solutions" nannte.
Wie auch andere Adware-Firmen hatte Zango ein so genanntes Partnerprogramm. Wer Zango Adware zusammen mit anderer Software anbot, bekam pro Rechner, auf dem Zango installiert wurde, eine Prämie. Das Problem dabei ist regelmäßig, dass die Benutzer nicht über die Installation der Zusatzprogramme informiert werden - von einer bewussten und Zustimmung ganz schweigen. Die P2P-Software Kazaa ist nur ein Beispiel von vielen.
Adware wie Zango führt über die besuchten Websites Buch und meldet diese an den Hersteller. Sie wird daher von Sicherheitsprogrammen oft als Spyware eingestuft. Adware zeigt auf dem Rechner Werbefenster ein, teilweise wird Banner-Werbung im Browser durch andere ersetzt. Zango versprach im Gegenzug kostenlose, attraktive Inhalte wie Musik und Filme. Es versäumte jedoch diese Versprechen einzuhalten.
Was es gab, waren Inhalte, deren Rechteinhaber dieser Verwendung nicht zugestimmt, geschweige denn darum gebeten hatten. Anders ausgedrückt: es waren Raubkopien. Andere Inhalte, die Zango lieferte, waren und sind anderswo im Internet kostenlos und ohne Werbe-Popups frei zugänglich. Der Harvard-Jurist Ben Edelman hat die Details zusammen getragen.
Auf Grund der bestenfalls zweifelhaften Geschäftspraktiken erntete Zango/180solutions nicht nur heftige Kritik von IT-Sicherheitsfachleuten. Es geriet auch in die Schusslinie der FTC, der US-amerikanischen Handelsaufsicht. Im Jahr 2006 verdonnerte die FTC Zango zur Zahlung einer Strafe von drei Millionen US-Dollar. Das dürfte den Adware-Anbieter hart getroffen haben und war wohl bereits der Anfang vom Ende. Andere Adware-Firmen wie Claria (Gator), WhenU und DirectRevenue haben ihre Tore schon vor einiger Zeit geschlossen.
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