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Keine Privatsphäre im Internet

25.02.2000 | 16:24 Uhr |

Privatsphäre im Netz ist eine Illusion, Anonymität für den Surfer ebenfalls. Wer seine Nutzer-Spuren im Netz verwischen will, muss Anonymisier-Dienste für Webzugang und Mail nutzen. Eine Website mit 100.000 Hits pro Tag erkennt die Besucher leichter und schneller wieder als der Bäcker um die Ecke seine Kunden.

Privatsphäre im Netz ist eine Illusion, Anonymität für den Surfer ebenfalls. Wer seine Nutzer-Spuren im Netz verwischen will, muss Anonymisier-Dienste für Webzugang und E-Mail nutzen, meint die PC-WELT-Online-Schwesterpublikation TecChannel. Eine Website mit 100.000 Hits pro Tag erkenne die Besucher leichter und schneller wieder als der Bäcker um die Ecke die Kunden, die morgens ihre Brötchen holen.

Und wer über Links auf andere Internet-Sites wechselt, hinterlasse eine deutliche Spur: Anders als beim Bäcker sehe man dem Nutzer an, ob er gerade aus einem Sexshop kommt. Darüber hinaus sind potenzielle Einbrecher dankbar über Diskussionsforen zu geplanten Urlauben: Besitzen die Teilnehmer eine eigene Website, genügt eine einfache Who-is-Anfrage beim Internet-Adressenverwalter DENIC, und der Wohnort ist bekannt.

Ein Tarn-Proxyserver sei die einzige Methode, seine Nutzer-Spuren im Internet zu verwischen, erklärt der tecChannel. Dieser nimmt die Seitenanforderungen entgegen, trägt sich selbst als Absender ein und besucht quasi stellvertretend für den User die angeforderte Website.

Den anonymen Versand von Mails könne der Nutzer dagegen mit mehreren Methoden sicher stellen. Sehr zuverlässig seien "Anonyme Remailer", eine Kette von Mailservern, die eine Nachricht weiterleiten, so dass ihr Weg nicht mehr nachvollziehbar ist. Eine Verschlüsselungssoftware wie Pretty Good Privacy schütze die Mails gegen neugierige Blicke.

Das deutsche Recht schützt personenbezogene Daten in weitem Umfang. Allerdings habe das sogenannte Teledienste-Datenschutzgesetz eine große Schwachstelle, so der tecChannel: Es enthält weder Buß- noch Strafvorschriften. Entsprechend treten bei Verstößen keine staatlichen Sanktionen in Kraft.

Eine weitere Schwachstelle sind die nationalen Grenzen. In kaum einem Staat genießt der Datenschutz so hohen Stellenwert wie in Deutschland. In den USA etwa gibt es kein Gesetz, das das Zusammenführen von rechner- und personenbezogenen Daten verbietet. (PC-WELT, 25.02.2000, he)

http://www.tecchannel.de/internet/index.html

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