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Keine Gratis-Angebote mehr

24.04.2001 | 15:42 Uhr |

Die Internetnutzer haben der Musikindustrie Beine gemacht. Kostenlose Musiktauschbörsen wie Napster und Gnutella haben den Großen der Branche gezeigt, dass das Internet weit mehr ist als ein reines Marketinginstrument.

Die Internetnutzer haben der Musikindustrie Beine gemacht. Kostenlose Musiktauschbörsen wie Napster und Gnutella haben den Großen der Branche gezeigt, dass das Internet weit mehr ist als ein reines Marketinginstrument.

"Napster hat inzwischen 70 Millionen Nutzer. Das können nicht alles Kriminelle sein", hat auch Andreas Schmidt, Chef der Bertelsmann E-Commerce Group (BeCG), festgestellt. Jetzt müsse die Industrie die Verantwortung übernehmen, den Kunden Musik übers Internet zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig Urheberrechte zu schützen.

Tim Renner, Präsident von Universal Music Deutschland, stimmt seinem Konkurrenten zu: "Wir werden einen drastischen Wandel erleben." Erfreulich sei, dass Bertelsmann Napster auf einen legalen Weg bringen wolle. Die Musikindustrie hatte gegen die kostenlose Musiktauschbörse wegen Urheberrechtsverletzungen erfolgreich geklagt. Nach Renners Meinung müsste die Branche jetzt konkrete Angebote an den Konsumenten machen. "Alles, was nicht kundenorientiert ist, ist dem Untergang geweiht", so der Universal-Chef.

Die beiden weltgrößten Musikfirmen Universal Music Group und Sony Music Entertainment planen mit dem Gemeinschaftsprojekt "Duet" für den Sommer einen gebührenpflichtigen Online-Musikservice. Warner Music, Bertelsmann Music Group (BMG) und EMI starteten eine Gegenoffensive mit der Online-Plattform "MusicNet". Durch die Allianz kann Bertelsmann nun auch Lizenzen für die Musiktitel aller drei Plattenfirmen an den Partner Napster übertragen.

Egal welcher Online-Plattform sich die Nutzer zuwenden, um das Bezahlen kommen sie bei den Angeboten der Plattenmultis nicht herum. Auch bei Napster sollen sie künftig für eine monatliche Mitgliedsgebühr zwischen sechs und 21 Mark können die Musik lediglich zum Hören auf den PC laden können. Kosten fallen auch bei der Konkurrenz Duet an, die Musik von Sony, Universal und anderen Firmen anbieten will.

Die Sorge der Konzerne war jedoch eher überflüssig: Bislang hat das Internet die Erträge der Musikindustrie nur gering geschmälert. Im vergangenen Jahr verkaufte sie 3,8 Prozent weniger Tonträger als im Jahr zuvor. Der Umsatz der deutschen Plattenfirmen ging um 2,2 Prozent auf 4,78 Milliarden Mark zurück. (PC-WELT, 24.04.2001, dpa/ lmd)

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