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Microsoft kommentiert Rettet-XP-Kampagne

07.02.2008 | 16:26 Uhr |

Microsoft hat erstmalig Stellung zu einer von einer US-Publikation gestarteten Kampagne zur Rettung von XP genommen. Die gute Nachricht: Auch nach dem 30. Juni wird XP erhältlich sein. Die schlechte Nachricht: So einfach wie bisher wird man nicht an eine XP-Lizenz gelangen können.

Vor knapp einem Monat hatten die Kollegen unserer US-Schwesterpublikation Infoworld eine Petition zum Erhalt von Windows XP gestartet , an der sich bis dato weltweit 75.000 Anwender beteiligt haben. Ziel der Kampagne ist es, zu erreichen, dass Windows XP auch nach dem 30. Juni 2008 erhältlich ist.

Mittlerweile hat sich auch Microsoft zu Wort gemeldet. Ein Sprecher erklärte gegenüber Infoworld, dass man bereits von der Kampagne gehört hat, aber man in erster Linie auf die Händler, Partner und Kunden höre und darauf basierend Entscheidungen treffe. Dies habe auch letztendlich die Entscheidung beeinflusst, Windows XP länger als ursprünglich geplant anzubieten.

Der Microsoft-Sprecher nutzt die Gelegenheit um zu betonen, dass auch nach dem 30. Juni Windows XP nicht völlig vom Markt verschwinden wird. Man sei sich bei Microsoft darüber im Klaren, dass einige Marktsegmente, wie beispielsweise kleine Unternehmen und auch einige Gebiete, wie Entwicklungsländer, mehr Zeit benötigen, um auf Windows Vista umzusteigen.

„OEM-Hersteller werden PCs mit XP bis Juni 2008 anbieten. System Builder, die auch den Markt für Kleinunternehmen abdecken, werden XP noch bis einschließlich Januar 2009 anbieten. In Entwicklungsländern wird die XP Starter Edition noch bis zum 30. Juni 2010 erhältlich sein“, so der Microsoft-Sprecher.

Zumindest OEM-Hersteller werden auch nach dem 30. Juni noch PCs anbieten, die mit Windows XP ausgestattet sind. Und dies solange, bis deren Vorräte erschöpft sind.

Aber auch nach diesem Zeitpunkt wird es zumindest theoretisch möglich sein, ein System mit XP zu erhalten. Wer nämlich einen PC mit Windows Vista Ultimate oder Windows Vista Business erwirbt, erwirbt auch „Downgrade-Rechte“ auf Windows XP Professional, wie diesem PDF-Dokument von Microsoft zu entnehmen ist.

Die in diesen Fällen erworbene Vista-Ultimate/Business-Lizenz kann genutzt werden, um Windows XP Professional zu installieren. Der Haken an der Sache: Der Anwender muss sich entscheiden, ob er auf dem Rechner Windows Vista Ultimate/Business oder Windows XP Professional installieren möchte. Die parallele Installation ist nicht gestattet. Der noch größere Haken: Ein OEM-Hersteller ist nicht verpflichtet, dem PC-Käufer ein Downgrade-Installationsmedium, also eines mit Windows XP Professional, zur Verfügung zu stellen.

Dieses Downgrade-Recht wird es kleinen und größeren Unternehmen auch erlauben, künftig an PCs mit Windows XP zu gelangen. Ab einer Stückzahl von 25 Rechnern ist es nämlich PC-Herstellern erlaubt, Windows Vista Business/Ultimate inklusive einer Downgrade-Fassung von Windows XP Professional zu verkaufen. Die Käufer des PCs erwerben zwar damit einen PC inklusive Windows Vista, können aber letztendlich Windows XP Professional darauf installieren. Eine Einschränkung: Der PC-Hersteller kann dies seinen Kunden anbieten, muss es aber nicht.

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