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Keine Chance für Gewalt und Pornos

28.03.2001 | 12:04 Uhr |

Auf der CeBIT stellen Biodata und Cobion ihr Gemeinschaftsprojekt "i-watch" vor. I-watch soll zuverlässig den Zugriff auf URLs mit unerwünschtem Content verhindern. Die dabei zum Einsatz kommende Technik unterscheidet sich vollständig von bisherigen Programmen dieser Art und soll deutlicher effektiver sein.

Auf der CeBIT stellen Biodata und Cobion ihr Gemeinschaftsprojekt "i-watch" vor. I-watch soll zuverlässig den Zugriff auf URLs mit unerwünschtem Content verhindern. Die dabei zum Einsatz kommende Technik unterscheidet sich vollständig von bisherigen Programmen dieser Art und soll deutlicher effektiver sein.

Das Content Filtering-Programm i-watch beruht auf einer ständig aktualisierten Datenbank, in der alle verdächtigen Internetadressen eingetragen werden. Sobald der Benutzer eine Verbindung zum Internet herstellt, soll die im Browser eingegebene URL daraufhin überprüft werden, ob sie zu den gesperrten Adressen gehört. Dazu soll das Programm zunächst auf einen Datenbankserver mit allen erfassten URLs zugreifen. Ist die gewünschte URL dort nicht aufgeführt, wird sie im Browser angezeigt, andernfalls soll der Zugriff verwehrt. Damit die Datenbankabfrage möglichst schnell erfolgt, soll das Programm immer den am nächsten gelegenen Server ansteuern.

Die bisher auf dem Markt vorhandenen Content Filtering-Produkte stützen sich laut Jörg Lamprecht, CEO von Cobion, auf von Hand geführte Datenbanken. So genannte "Pornojäger" durchforsten Tag für Tag das Web und tragen verdächtige URL-Adressen in diese Datenbanken ein. Damit hinken diese immer dem tatsächlichem Stand des Internets hinterher.

Ganz anders würde die Datenbank mit den zu sperrenden Internetadressen bei i-watch erzeugt. Das Programm sei in der Lage, Teilbereiche auf Bildern zu erkennen und dahingehend zu analysieren, ob es sich um verdächtige Inhalte handelt. Zusätzlich wird der Text auf der Website analysiert. Praktisch heißt dies zum Beispiel, dass bei der Suche nach pornografischen Websites nach Bildern mit viel nackter Haut und den dazu passenden, meist umgangssprachlichen Ausdrücken zur Beschreibung des Geschlechtsverkehrs gesucht wird.

Sollen extremistische Seiten erfasst werden, so wird beispielsweise nach Hackenkreuzsymbolen gefahndet. Das Programm soll zuverlässig Texte, Gesichter, Logos und Objekte erkennen können.

Nach diesen Gesichtspunkten würde das gesamte Internet vollautomatisch katalogisiert. Nur bei Zweifelsfällen müsste noch ein Mitarbeiter die fragliche Seite in Augenschein nehmen. Derzeit sind 10 Millionen gesperrte URLs erfasst. Dazu wurden insgesamt 600 Millionen Internetadressen überprüft, pro Monat werden 100 Millionen neu überprüft.

Als Zielgruppe kommen für Biodata und Cobion Unternehmen und besorgte Eltern in Frage. Denn einer auf der CeBIT vorgestellten Studie nach erfolgen 70 Prozent aller Internetabfragen auf Seiten mit pornografischen Inhalten zwischen 9.00 Und 17.00 Uhr, also während der Arbeitszeit. Für die betroffenen Unternehmen verursacht dies enorme Kosten, wenn der Datentransfer mit dem Provider nach Trafficgröße abgerechnet wird. Von dem Verlust an Arbeitskraft ganz zu schweigen.

Eltern sollen mit dieser Software vermeiden können, dass ihre Sprösslinge Webseiten besuchen, deren Inhalt ihnen nicht altersgerecht erscheinen.

Das Programm i-watch ist in die kommende neue Version der Sphinx-Firewall von Biodata integriert. Besitzer einer älteren Sphinx-Version sollen sich i-watch nach Markteinführung kostenlos runterladen können. Als Einzelprodukt soll i-watch nicht angeboten werden. (PC-WELT, 28.03.2001, hc)

www.biodata.com/de

www.cobion.de

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