Keine Angst

Ubuntu reagiert auf Google Chrome OS gelassen

Freitag den 10.07.2009 um 14:24 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Die Entwickler von Ubuntu haben gelassen auf Googles Ankündigung reagiert, dass Linux-basierte Google Chrome OS entwickeln zu wollen. Man habe keine Angst um seine Marktanteile.
"Es ist kein Slum Dunk, nur weil es Google angekündigt hat", sagte Gerry Carr, der Markting-Manager von Canonical. Carr fügte auch noch stichelnd hinzu, dass es schwieriger ist, ein Nutzer-freundliches Betriebssystem zu entwickeln, als eine neue Funktion bei einer Suchmaschine hinzuzufügen.

Auch den Hinweis, dass Google bereits viele Partner gefunden hat und jüngst auch Intel verkündet hat , mit Google an Google Chrome OS zu arbeiten, lässt Carr nicht gelten und konterte: "Sie wissen genau wie ich, wie einfach es ist, eine Partnerschaft zu unterzeichnen."

Canonical hatte vor rund fünf Jahren mit Ubuntu die erste Fassung einer neuen Linux-Distribution veröffentlicht. Ubuntu hat zwar viele Fans, aber die Marktanteile bei den Betriebssystemen sind eher gering. Mit "Ubuntu Netbook Remix" wurde eine abgespeckte Ubuntu-Fassung für Netbooks entwickelt, die beispielsweise von Dell, HP und Toshiba verwendet wurde.

Von der Ankündigung von Google Chrome OS will sich Canonical nicht abschrecken lassen. Carr wies darauf hin, dass die ersten Netbooks mit Google Chrome OS wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 erscheinen werden. Bis dahin sei noch viel Zeit und man wolle die Zeit nutzen, um sein eigenes Produkt technisch zu verbessern.

So hatte Google beispielsweise versprochen, dass das Google-Chrome-OS-Netbook innerhalb weniger Sekunden booten wird und so für den Anwender vergleichsweise wenig Zeit vergeht, ehe er im Internet surfen kann. Dagegen kontert Canonicals Gerry Carr mit dem Hinweis auf "Ubuntu Netbook Remix 10.4". Die neue Version der Ubuntu-Variante für Netbooks soll im Frühjahr 2010 erscheinen. Beim Dell Inspirion soll sich die Bootzeit von bisher 25 Sekunden auf unter 10 Sekunden verringern.

Carr wies auch darauf hin, dass es das Ziel der Ubuntu-Entwickler ist, ein echtes Desktop-Betriebssystem zu entwickeln und den Unterschied zwischen Desktop und Web fließender für die Anwender zu gestalten. Google verfolge dagegen mit Google Chrome OS das Ziel eines völlig web-orientierten Betriebssystems. "Es gibt noch so viele Dinge, für die wir Computer offline nutzen", sagte Carr.

Das Google noch nicht Dell als Partner für Google Chrome OS öffentlich genannt hat, könnte an der guten Zusammenarbeit von Dell mit Canonical liegen. Ein Drittel aller Inspiron Mini 9 Netbooks werden mit Ubuntu ausgeliefert.

Unterm Strich glaubt Carr, dass Google mit Google Chrome OS vor allem Windows angreifen will und nicht Ubuntu. "Das ist eine komplexe Angelegenheit und es ist mehr, als das Google einfach in unserem Garten trampelt", sagte Carr.

Freitag den 10.07.2009 um 14:24 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

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