05.07.2010, 11:39

Hans-Christian Dirscherl

Kein Nachfolger für Google-Handy

Google lässt Google Nexus One sterben

Google plant kein Nachfolgemodell für das Android-Smartphone Google Nexus One. Die kuriose Begründung ist der enorme Erfolg des von Google entwickelten Smartphone-Betriebssystems Android.
Mit dem Nexus One wollte Google Anfang des Jahres den Smartphone-Markt aufrollen. Das Android-Smartphone wurde zunächst nur direkt via Website und unter Umgehung der Mobilfunk-Provider in den USA vermarktet. Später entschloss sich Google dann doch zur Zusammenarbeit mit Providern, beispielsweise mit Vodafone in Deutschland. So richtig glücklich wurde Google mit seiner Rolle als Hardware-Distributor allerdings nie, jetzt zieht Google die Reißleine: Für das Nexus One wird kein Nachfolger erscheinen.
Google-CEO Eric Schmidt bezeichnete das Nexus One in einem Interview mit „The Telegraph“ gleichwohl als Erfolg. Google habe das Nexus One, das von HTC gebaut wird, auf den Markt gebracht, um dem Android-Betriebssystem zum Durchbruch zu verhelfen. Das sei gelungen (was durch die stark wachsenden Marktanteile von Android in der Tat bestätigt wird), so dass man keinen Nachfolger für das Google Nexus One mehr nachschieben müsse, wie Schmidt erklärt. Schmidt beschreibt diese Entscheidung prägnant mit den Worten: „Ok, es funktioniert (gemeint ist Android). Gratulation – wir hören auf (mit dem Vertrieb eines eigenen Android-Smartphones)“.
Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Google nicht doch noch einmal eine Hardware auf den Markt bringt. Schmidt können sich nämlich für das derzeit noch in der Entwicklung befindliche Chrome OS eine ähnliche Anschub-Lösung vorstellen, wie es das Google Nexus One für Android war. Google würde bereits mit einigen Hardware-Produzenten sprechen, um vielleicht einen eigenen Tablet-PC mit Chrome OS vorzustellen. Vielleicht. Denn Schmidt zufolge tickt der PC-Markt anders als der Handymarkt und bräuchte so eine Initialzündung vermutlich gar nicht.
Google wolle überhaupt nicht Apple schlagen, so Schmidt. Man wolle einfach nur etwas ganz anderes als Apple machen. Google sei komplett offen, während Apple auf ein geschlossenes System setze. Jeder begabte Programmierer könne den Code von Google nehmen und anpassen.
Vorschaugrafik: HTC Desire im Test - klein
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