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Kein Framemaker für Linux

29.11.2000 | 16:12 Uhr |

Linux ist im Kommen. Heißt es. Doch bei Adobe hat man scheinbar eine Abneigung gegen Pinguine. Denn dort ist nun die Linux-Entwicklung der beliebten DTP-Software Framemaker gestoppt worden.

Linux ist im Kommen. Heißt es. Doch bei Adobe hat man scheinbar eine Abneigung gegen Pinguine. Denn dort ist nun die Linux-Entwicklung der beliebten DTP-Software Framemaker gestoppt worden.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte der Design- und Grafikgigant damit begonnen, sein DTP-Programm Framemaker auf Linux zu portieren. Dies sollte die erste in einer Reihe von Portierungen weiterer Adobeprodukte auf die Linuxplattform sein.

Framemaker schaffte es gerade mal bis zur Version 5.5.6 Beta - dann war Schluss. Wie Adobe nun auf seiner Homepage bekannt gibt, wird die Entwicklung von Framemaker für Linux ersatzlos eingestellt. In einer kurzen Erklärung bedankt sich Adobe bei allen Betatestern und weist darauf hin, dass Framemaker 5.5.6 Beta für Linux nicht mehr zum Download bereitstünde.

Die bereits benutzten Betaversion laufen zum 31. Dezember 2000 aus und lassen sich danach nicht mehr verwenden. Eine weitere Entwicklung dieser Software auf Linuxbasis ist nicht mehr geplant. Somit wird es Framemaker auch weiterhin nur für Windows, Mac und Unix geben.

Dateien, die mit der Linuxvariante von Framemaker erstellt wurden, lassen sich mit den Windows, Mac und Unix-Versionen öffnen. Wer ganz sicher gehen will, sollte vor dem 31. Dezember seine Framemaker-Dateien in einem Textformat abspeichern, um sie dann mit anderen Programmen öffnen zu können. Dies empfiehlt zumindest Adobe.

Kleine Ironie am Rande: Betatester können immer noch ihre Kommentare zum Programm einsenden, obwohl man bei Adobe dafür kaum noch Verwendung haben dürfte.

Als Grund für diesen überraschenden Schritt gibt Adobe an, dass es für die Linuxversion des Framemaker keinen ausreichend großen Markt geben würde. In der Tat wird der DTP-Bereich vor allem von Macs und Windows-Rechnern beherrscht.

Damit sind bis auf weiteres alle Entwicklungsinitiativen von Adobe für die Linuxplattform gestoppt. Aber natürlich würde man den Markt weiterhin beobachten. Keinesfalls werde man sich jetzt definitiv und für alle Zeiten aus der Linuxwelt zurückziehen, wie der PC-WELT telefonisch bestätigt wurde.

Ganz offensichtlich hatte Adobe die Erfolgsaussichten seiner teuren Software für den Linuxmarkt falsch eingeschätzt. Denn für Adobes Produkte gilt "gut aber teuer". Für die Linuxwelt, in der Freeware der Standard ist, stellt das keine gute Ausgangsbasis dar. Jeder üblichen Linuxdistribution liegt eine Unmenge durchaus hochwertiger Software bei, die die Verwendung kostspieliger kommerzieller Software überflüssig macht. Im Falle von Framemaker wäre hier an LaTeX zu denken, das sich im Universitäts- und Forschungsbereich großer Beliebtheit erfreut.

Und auch das berühmte Photoshop hätte einen schweren Stand. Denn die Linux-Bildbearbeitungssoftware Gimp hat mittlerweile einen bereits legendären Ruf und dürfte ihrem kommerziellen Rivalen in fast nichts nachstehen. (PC-WELT, 29.11.2000, hc)

Stellungnahme von Adobe

PC-WELT Special: Linux

Linux zufällig populär (PC-WELT Online, 28.11.2000)

Photoshop 6.0 erhältlich (PC-WELT Online, 10.11.2000)

KDE 2.0: Kaufen oder Gratis herunterladen? (PC-WELT Online, 09.11.2000)

Gratis: Photo-Paint für Linux (PC-WELT Online, 03.07.2000)

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