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Kein Cyberlaw für's Internet

04.03.2001 | 13:40 Uhr |

Die Angst vieler Menschen vor dem Internet als rechtsfreiem Raum ist nach Ansicht eines Experten unbegründet. Für viele juristische Probleme im Internet gebe es bereits Gesetze, so der Rechtswissenschaftler Stephan Lorenz.

Die Angst vieler Menschen vor dem Internet als rechtsfreiem Raum ist nach Ansicht eines Experten unbegründet. Für viele juristische Probleme im Internet gebe es bereits Gesetze, sagte der Augsburger Rechtswissenschaftler Stephan Lorenz.

Dies gelte auch für scheinbar neue Problemstellungen. Ein neues allumfassendes "Cyberlaw" sei deshalb nicht notwendig. Nur für einige internet-spezifische Probleme wie den Schutz von Domain-Namen müssten dringend Regeln geschaffen werden.

Allerdings tauchen viele rechtliche Probleme nach Auskunft von Lorenz seit dem Aufkommen des Internet sehr viel häufiger auf. "Jeder kann über eine eigene Homepage urheberrechtlich geschützte Fotos seines Lieblingsstars ins Netz stellen", sagte der Jurist. Früher seien derartige Verstöße gegen das Urheberrecht etwa in Zeitungen und Zeitschriften einfacher zu entdecken gewesen. Die Unübersichtlichkeit des Internets mache es zwangsläufig schwieriger, Gesetze durchzusetzen.

Für ein zentral angelegtes Internet-Recht seien die Rechtsfragen allerdings zu komplex, meinte Lorenz. Die rechtlichen Regelungen seien über alle Rechtsgebiete verstreut vom Privatrecht über das öffentliche Recht bis hin zum Strafrecht. "Jedes Gebiet muss sich mit dem Internet befassen." Ein allumfassendes "Cyberlaw" könne die auftretenden Probleme deshalb nicht als Ganzes erfassen, meinte der Jurist. (PC-WELT, 04.03.2001, dpa/ pk)

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