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Geheimnis der Freude - Grinsen im Internet

01.07.2008 | 12:05 Uhr |

Wie glücklich jemand ist, wird von sozialen Verbindungen zu Leuten beeinflusst, die man noch nie vorher gesehen oder getroffen hat.

Zu diesem Schluss kommt eine US-Studie, die sich mit der Verbreitung von Glück und Depression in sozialen Netzwerken beschäftigt. Demnach treffen glückliche Menschen hauptsächlich auf andere glückliche. Umgekehrt bleiben deprimierte Menschen auch häufiger unter ihresgleichen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.

Der Effekt bestätige sich sowohl in der reellen als auch in der virtuellen Welt. Menschen, die Bilder mit lachenden Gesichtern zu ihrem Profil beigeben und dann ins Netz stellen, stoßen damit automatisch auf eben solche. Es ist aber nicht nur der direkte Kontakt, der hier zählt, betonen die Forscher um Nicholas Christakis von der Harvard University . Der eigene emotionale Status stehe in Verbindung mit dem der Freunde der Freunde der Freunde. "Die eigene Freude hängt demnach von Individuen ab, die jenseits des eigenen sozialen Horizonts liegen," kommt Christakis zum Schluss. Das Forscherteam, dem unter anderem auch James Fowler von die University of California in San Diego angehört, hat die Studie im Rahmen der Framingham Heart Study - einer Gesundheitsuntersuchung in der Stadt Framingham/Massachusetts seit 1948 - durchgeführt.

"Wir nehmen aus dem lächelnden Gesicht das heraus, was wir gerne im anderen sehen wollen", meint die Lebensberaterin Alexandra John-Scheder im pressetext-Interview. Das gelte auch für denjenigen, der selbst depressiv ist. "Das lächelnde Gesicht gibt also auch jemandem, der selbst frustriert ist, Stärke, weil es ihn aus der Depression herausziehen kann", so die Lebensberaterin. In einer Untersuchung von 1.700 Facebook-Einträgen von Studenten einer nicht-genannten Universität in Nordamerika, kam heraus, dass jene Personen, die auf den Bildern lächelten, deutlich mehr Freunde hatten, als jene, die nicht lächelten.

"Überraschend ist das nicht", meint Albert Laszlo Barabasi von der Northwestern University in Boston. "Wenn der Lebenspartner wirklich glücklich ist, fühlt man sich selbst deutlich besser." Überraschend für den Wissenschaftler sei allerdings die Tatsache, wie sehr dies messbar werde.

"Ich kann mich im Gegenüber wieder erkennen und das schafft Sympathie", meint John-Scheder. Das Erstaunliche daran sei die Tatsache, dass der erste Eindruck, den Menschen bei einer Begegnung hinterlassen, der sei, der zähle. "Das ist genauso wie bei einem Bewerbungsgespräch", so John-Scheder abschließend im pressetext. (pte)

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