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Kazaa: Illegaler Datentausch mit Wissen der Betreiber?

01.12.2004 | 10:11 Uhr |

Sharman Networks hat Urheberrechtsverletzungen wissentlich zugelassen. Dies geht aus einem von der Musikindustrie vorgelegten Dokument hervor.

Sharman Networks, Betreiber der P2P-Tauschbörse (Peer to Peer) Kazaa hat Urheberrechtsverletzungen wissentlich zugelassen. Das geht aus einem Dokument hervor, das Tony Bannon, Anwalt der Musikindustrie, im seit Montag laufenden Prozess gegen Sharman vor dem australischen Bundesgericht in Sydney vorgelegt hat.

Das Dokument enthält eine Korrespondenz von Anthony Rose, Mitarbeiter des Kazaa-Vermarktungspartners Altnet , und Priit Kasesalu, Entwickler bei Bluemoon Interactive, berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche . Die in Estland beheimatete Firma stellt die P2P-Software für Kazaa her. Demnach äußerte Kasesalu Bedenken über ein Modul zur Erfassung von Anwendern, die von Altnet angebotene Bezahlinhalte (Gold-Downloads) herunterladen. Über das Modul könne auch ermittelt werden, wer urheberrechtlich geschützte Dateien tausche.

Der Kazaa-Betreiber hatte bislang immer behauptet, Copyright-Verletzungen nicht kontrollieren zu können. Bannon kritisierte außerdem in seinem Eröffnungsplädoyer, dass Sharman zwar den Tausch von EXE- und DLL-Dateien geblockt habe, um Anwender vor Viren zu schützen. Die eingesetzten Filter hätten jedoch auch so konfiguriert werden können, dass MP3-Files blockiert werden, durch deren Tausch fast immer Urheberrechte verletzt würden.

Im weiteren Prozess sollen Beweisstücke vorgelegt werden, die die Ermittlungsbehörden bei Haussuchen der Sharman-Geschäftsräume und der Privatwohnung von Sharman-Geschäftsführerin Nikki Hemming sicherten. Allerdings sind nicht alle davon überzeugt, dass Hemming bei Kazaa das Sagen hat. So glaubt man bei Universal Music Australia, dass das in den USA ansässige Unternehmen Altnet beziehungsweise Kevin Bermeister, Chief Executive Officer des Altnet-Mutterunternehmens Brilliant Digital Entertainment, die Fäden in der Hand hält. Hemming täusche die Öffentlichkeit, wenn sie sich als "Chief Executive Officer" bezeichne.

Der Prozess ist auf drei Verhandlungswochen angesetzt.

Prozess gegen Kazaa: Sharman beginnt mit seiner Verteidigung (PC-WELT Online, 30.11.2004)

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