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Kazaa: Filtersystem für urheberrechtlich geschützte Musik

28.11.2005 | 12:51 Uhr |

Sharman Networks, die Betreiber der P2P-Tauschbörse Kazaa, waren von einem australischen Gericht dazu verdonnert worden, ein Filtersystem einzuführen, durch das die Nutzer der Tauschbörse nicht mehr in der Lage sind, urheberrechtlich geschützte Dateien auszutauschen. Ursprünglich hatte das Gericht eine Frist bis zum 5. Dezember gesetzt. Diese Frist wurde nun bis Februar 2006 verlängert. Sollte Sharman Networks bis dahin der Forderung nicht nachkommen, dass muss Kazaa seine Pforten schließen.

Sharman Networks ist verpflichtet, ein Filtersystem für Kazaa bis Februar 2006 einzuführen. Die Regelung sieht vor, dass der Filter mit rund 3000 Schlüsselwörtern gespeist wird, die die Plattenindustrie festlegen kann. Dazu sollen etwa Namen von populären Künstern und deren Songs gehören. Der Filter soll alle zwei Wochen aktualisiert werden, so dass die Plattenindustrie in der Lage ist zu verhindern, dass neue Titel über Kazaa getauscht werden können.

Die Einführung des Filters hatte das australische Bundesgericht angeordnet. Im September hatte das Gericht Kazaa in der derzeitigen Form für illegal erklärt ( wir berichteten ). Eine Sprecherin von Sharman Networks erklärte, dass das Unternehmen derzeit daran arbeite, Kazaa so zu ändern, dass die Forderungen des australischen Gerichts erfüllt werden. Sharman Networks muss außerdem dafür Sorge tragen, dass die Anwender die neue Version von Kazaa inklusive Filtersystem installieren, sobald diese verfügbar ist. Der Suchfilter soll dafür sorgen, dass Kazaa bei den Suchergebnissen bestimmte Downloads der Anwender nicht mehr anzeigt.

Das Filtersystem soll eine Zwischenlösung sein, denn das Gericht fordert zusätzlich auch eine dauerhafte Lösung für das Problem. Sharman Networks überlegt daher, in Kazaa eine Technologie zu integrieren, die anhand eines digitalen Fingerabdrucks einer Audio-Datei erkennt, ob diese urheberrechtlich geschützt ist.

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