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Windows 8 - neue Updates sollen User weniger stören

15.11.2011 | 12:22 Uhr |

Microsoft überarbeitet für Windows 8 auch die Update-Routinen. Unterm Strich sollen Anwender noch weniger von Updates und Neustarts belästigt werden, als noch unter Windows 7.

In einem ausführlichen Blog-Eintrag erläutert Windows-8-Chefentwickler Steven Sinofsky, welche Änderungen die Entwickler an den Windows Update in Windows 8 durchführen werden, um Updates möglichst schnell und effektiv installieren können, ohne die Anwender mit überflüssigen Neustarts nerven zu müssen.

Vorab verweist Sinofsky darauf, dass Windows Update derzeit dafür verantwortlich sei, neue Updates an weltweit über 350 Millionen Windows-7-Rechner und über 800 Millionen Rechner auszuliefern, auf denen ältere Windows-Versionen laufen. Hinzu kämen noch die Rechner, die in Unternehmen über Windows Software Update Server und damit indirekt durch Windows Update aktualisiert werden.

Bereits bei Windows 7 habe man in Vergleich zu früheren Windows-Versionen dafür gesorgt, dass die Updates schneller installiert werden und Neustarts seltener erforderlich sind. Interessant ist auch ein Blick darauf, welche Einstellung die Windows-7-Nutzer für Windows Update nutzen:

* 89,3 Prozent: Automatische Update-Installation
* 2,38 Prozent: Benachrichtigung vor Update-Installation
* 3,44 Prozent: Benachrichtigung vor Update-Download
* 4,88 Prozent: Überprüfe nie auf neue Updates

Eine weitere Zahl: Die Mehrheit der Windows-7-Nutzer (rund 39 Prozent) aktualisieren ihren Rechner bevor das System heruntergefahren wird. In diesen Fällen entfällt logischerweise auch der Neustart des Systems und diese Methode ist damit auch die für den Anwender bequemste Weise, um Updates zu installieren. Weitere 30 Prozent haben dagegen einen Zeitpunkt festgelegt, zu dem das System automatisch neue Updates herunterlädt und installiert. Standardmäßig ist dies 3 Uhr morgens unabhängig von Zeitzone, in der der User lebt. Weitere 31 Prozent entscheiden dagegen manuell, wann neue Updates installiert werden sollen.

Was wenige User wissen: Microsoft hat mit Windows Vista den neuen Windows Restart Manager eingeführt. Bei Software, die diesen Windows Restart Manager unterstützt, werden alle Einstellungen und Dokumente automatisch gespeichert und der Anwender kann nach dem Neustart genau an der Stelle mit der Software weiterarbeiten, an der er aufgehört hatte.

Windows Update und Windows 8 - die Ziele

Aus all den Erfahrungen mit Windows Update in Windows 7 und den Vorgänger-Versionen, hat sich Microsoft einige Ziele gesetzt, die mit Windows 8 erreicht werden sollen:

Punkt 1: Ein Neustart aufgrund neuer Updates soll nur noch ein Mal im Monat erforderlich sein, wenn es sich um Sicherheitsupdates handelt. Traditionell liefert Microsoft alle Sicherheitsupdates zum Patch-Day am zweiten Dienstag eines jeden Monats aus. Einzige Ausnahme, bei der von der Regel abgewichen werden kann: Wird ein kritisches Sicherheitsupdate veröffentlicht, dann wartet Windows Update nicht bis zum nächsten Patch-Day, sondern startet das System sofort neu, um den Rechner sofort vor einer akuten Gefahr schützen zu können. Vorteil für User und Admins: Die Zahl der Neustarts wird auf das Nötigste reduziert und es ist vorhersehbar, wann ein Neustart erfolgen wird.

Punkt 2: Hat Windows Update ein Sicherheitsupdate heruntergeladen, dann alarmiert es den Anwender künftig nur noch auf dem Login-Bildschirm, dass ein Neustart des Systems in Kürze erforderlich wird. Dieser Hinweis über den kommenden Neustart wird maximal drei Tage unten rechts auf dem Login-Bildschirm angezeigt. Den Login-Bildschirm blendet Windows 8 standardmäßig nach 15 Minuten Inaktivität auf dem Rechner ein. Der Anwender wird also künftig nicht mehr während der eigentlichen Arbeit am PC von der Info über den nahenden Neustart des Systems genervt.

Unter dem Hinweis befindet sich der Ausschaltknopf, der während der 3-Tages-Phase neue Einträge enthält, über die der Anwender den Neustart des Rechners auch manuell anstoßen kann. Sind die drei Tage Vorwarnzeit ohne einen Neustart vergangenen, dann startet Windows 8 automatisch den Neustart. Stellt Windows Update allerdings dabei fest, dass kritische Applikationen geöffnet sind und ein Datenverlust droht, dann wird die Installation der Updates erst dann durchgeführt, wenn der Anwender sich neu einloggen möchte.

Punkt 3: Der Anwender kann verhindern, dass ein Hinweis über den nahenden Neustart erscheint, indem er den Rechner einfach in den Präsentationsmodus (Windows-Taste + P) schaltet. Der Warnhinweis wird dann erst zum nächsten günstigen Zeitpunkt und spätestens vor dem dem nächsten Einloggen in das System angezeigt.

Punkt 4: Admins können Windows Update so einrichten, dass auf allen Windows-8-Rechnern kein automatischer Neustart nach drei Tagen Vorwarnzeit durchgeführt wird. Stattdessen erscheint im Login-Bildschirm ein Hinweis, der den User darüber informiert, das zur Installation wichtiger Sicherheitsupdates ein Neustart notwendig ist. Die User können dann entscheiden, wann sie ihren Rechner hochfahren sollen. Alternativ haben natürlich alle Admins auch weiterhin die Möglichkeit einen Zeitpunkt auszuwählen, zu dem alle Unternehmensrechner neu gestartet werden, um Updates zu installieren.

Punkt 5: Erfahrene Windows-Nutzer, also Windows-Profis, werden Windows Update in Windows 8 auch weiterhin so einstellen können, dass sie vor dem Download und/oder Installation wichtiger Updates auch weiterhin gefragt werden, ob der Download beziehungsweise die Installation erfolgen soll(en).


Windows Update für Applikationen von Drittherstellern

Viele Anwender wünschen sich von Microsoft, das Windows Update auch das Update von Applikationen von Drittherstellern übernimmt. Damit wären die unterschiedlichen Update-Tools nicht mehr notwendig, die derzeit von den Drittherstellern auf den Systemen installiert werden und die zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Strategien die User auf neue Updates aufmerksam machen.

Bisher haben nur Hardware-Hersteller die Möglichkeit, neue Treiber über Windows Update ausliefern zu lassen. Alle so ausgelieferten Updates müssen diverse Kriterien erfüllen, die Microsoft vorgibt. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit für den Anwender, einen aktualisierten Treiber per Rollback und Recovery-Methode wieder loszuwerden. Aus diesem Grund müssen diese Treiber vor der Verbreitung über Windows Update über das Windows Logo Program for Hardware zertifiziert werden.

Ein solches umfangreiches und komplexes System befindet sich derzeit nicht in Planung für Software-Hersteller.

Allerdings werden Software-Hersteller, die den in Windows 8 neu eingeführten Windows Store nutzen, die Möglichkeit erhalten, die User über die in Windows Store integrierte Update-Funktion auf eine neue Version ihrer Software hinzuweisen.

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