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Georgien bekommt Hilfe im Cyberwar

12.08.2008 | 15:32 Uhr |

Die Kampfhandlungen in Georgien scheinen vorerst beendet, doch der Cyberkrieg gegen den kleine Kaukasus-Staat geht weiter. Jetzt kommen Estland und Polen den Georgiern zu Hilfe.

Wie US-Medien berichten, sind zwei IT-Sicherheitsexperten aus Estland in Georgien eingetroffen, um dem kleinen Land bei den seit einigen Tagen andauernden Cyberattacken zur Seite zu stehen . Dabei handelt es sich um zwei der vier estischen Mitglieder des estischen Computer Emergency Response Teams (CERT). Sie sollen dazu beitragen, dass die Internet-Infrastruktur Georgiens wieder komplett zum Laufen gebracht wird.

Polen kommt dem bedrängten kleinen Land ebenfalls zu Hilfe. Auf der offiziellen Website des polnischen Staatspräsidenten Lech Kacyznski bekommt Georgien Platz für Mitteilungen eingeräumt. Die staatlichen georgischen Websiten sehen sich nämlich massiven Hacker- und DDoS-Angriffen ausgesetzt und sind deshalb teilweise nicht mehr erreichbar. Estland wiederum hostet mittlerweile die Website des georgischen Außenministeriums, die den Angriffen zunächst ebenfalls zum Opfer fiel. Einige weitere Websites werden mittlerweile in den USA gehostet.

Die Hacker setzten bei ihren Angriffen ein Botnet ein, das auf dem "MatchBot"-Code basiert. Der MatchBot-Code ist dafür bekannt, das er von russischen Hackern für Botnets eingesetzt wird.

Die drei Staaten eint ganz offensichtlich nicht nur die gemeinsame Abneigung gegen den großen Nachbarn im Osten. Zumindest Estland war ähnlich wie auch der Nachbarstaat Litauen in der Vergangenheit auch schon das Ziel von Hackerattacken von offensichtlich pro-russisch eingestellten IT-Experten. Die immer wieder hochkommenden Konflikte zwischen ehemaligen Ostblockstaaten beziehungsweise ehemaligen Teilstaaten der UDSSR und Russland fanden und finden ihren Niederschlag auch im Internet und äußern sich in sich von Zeit zu Zeit verschärfenden Cyber-Auseinandersetzungen.

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