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Kaufberatung: Festplattenrecorder mit DVD-Player

01.03.2004 | 13:41 Uhr |

Kabel, Sat, Antenne? Festplatte oder DVD - das ist heute die Frage. Zeitversetzt gucken, zwischendurch telefonieren und wieder in den Film einsteigen? Kein Problem mehr. Wir zeigen Ihnen, welche Digitalrecorder Sie brauchen, wenn Sie umsteigen auf digital.

FINDER: WELCHEN DIGITALRECORDER BRAUCHEN SIE?

ANALOG-FERNSEHER Wenn es Ihnen genügt, aufgezeichnete Sendungen einmal anzusehen, ist ein Festplatten-Recorder ideal. Zum Archivieren oder Weitergeben ist ein DVD-Recorder oder Kombigerät besser.

> Festplatten-Recorder oder DVD-Recorder

DIGITAL-FERNSEHER Egal, ob Sie über Satellit, Hausantenne oder Kabel empfangen: Festplatten-Receiver sind die erste Wahl, wenn Sie alte Sendungen immer wieder überspielen. Zum Archivieren dienen DVD-Recorder, die am DVB-Receiver hängen.

> DVB-Festplatten-Receiver oder DVB-Receiver plus DVD-Recorder

Deutschlands Fernsehen ruckelt ins Digitalzeitalter, auf dem Weg zu besserer Empfangsqualität und mehr Kanälen. Vom Satellit ist bereits überall Digitalempfang möglich, per Hausantenne schon in den Ballungsräumen Berlin, Hannover sowie Hamburg, und weitere folgen bis Ende 2005. Auch für Kabelkunden beginnt auf breiter Front das digitale Zeitalter, wenn im Sommer Dutzende neuer Kanäle zu empfangen sein sollen - bislang sind digital im Kabel vor allem Premiere, einige öffentlich-rechtliche Angebote und Spartensender überregional vertreten, aber nicht die großen Privatsender und deren Ableger wie RTL, RTL2, ProSieben oder Sat1. Rund 17 Millionen Haushalte benötigen daher weiterhin ein analoges Empfangsteil, auch wenn sie schließlich mit allem Digitalkomfort auf DVD- oder Festplatten-Recorder aufzeichnen.

"Analog" ist also noch längst nicht abgeschrieben, wenigstens im Empfangsteil. Der Receiver oder eine Set-Top-Box bestimmen an vorderster Front der Gerätekette, welche Fernsehsignale der Zuschauer aus dem Äther fischt - analog oder digital. Ihr Signal nehmen Fernseher oder Recorder in Empfang, und manche Hersteller verschmelzen diese Geräte mit den Empfängern: So bieten die im Artikel detailliert vorgestellten Fernseher von Loewe (siehe Bild links unten) und Metz nicht nur Steckplätze für Digital-Receiver, sondern haben bereits einen Digitalrecorder an Bord oder lassen sich damit erweitern.

Unterschiedliche Gerätekombinationen

Wenn Digitalrecorder digitales Fernsehen empfangen, spricht man auch von Digitaloder speziell von Festplatten-Receivern oder Set-Top-Boxen mit Festplatte. Sie müssen im Wesentlichen den empfangenen Datenstrom nur auf der Festplatte ablegen - eine Umwandlung des Signals wie im Fall des analogen Empfangs und damit einhergehende Qualitätsverluste gibt es bei digitalem Empfang nicht. Solche Festplatten-Recorder haben wir beispielsweise in Digital.World 1/2004 getestet, ein neues Gerät dieser Klasse ist der Nokia Mediamaster 260T.

Die Recorder in diesem Test kommen noch mit analogem Empfänger daher und nehmen trotzdem digital auf. Damit der Käufer sich im Dickicht der technischen Kombinationsmöglichkeiten nicht verheddert, bieten viele Markengeräte - wie in diesem Test - inzwischen Steuerungen an, die mit beliebigen Receivern umgehen. Zwar müssen die Aufnahmen dann die Scart-Buchse als analoges Nadelöhr passieren, die Qualität leidet aber nur wenig darunter.

Das Ende von VHS ist nahe

Abgeschrieben scheint nur eine Gerätegattung zu sein: VHS-Recorder. Selbst die Videotheken stellen ihr Angebot immer weiter um, verhökern altgediente Bandkassetten zum Schnäppchenpreis und verleihen bald nur noch DVDs. Kein Wunder, sind sie doch langlebiger, bieten eine doppelt so hohe Auflösung und sind so komfortabel zu bedienen wie CD-Spieler.

Aber auch als Aufnahmemedium ist VHS nur noch dritte Wahl. Wer möchte schon seinen Wohnzimmerschrank mit klobigen Kassetten pflastern, wenn DVDs nur einen Bruchteil des Platzes einnehmen? Selbst Fernseh-Freaks, die jede Aufnahme nach dem Ansehen wieder überspielen, fahren mit einer wiederbeschreibbaren DVD oder gar einer Festplatte besser: Der raschere Zugriff und eine um Größenordnungen höhere Wiederbespielbarkeit spricht für die Digitalscheiben. Und zu guter Letzt lassen sich Privataufnahmen ohne Qualitätsverlust beliebig oft digital kopieren.

Aufnehmen auf Festplatte oder DVD?

Wer digital aufzeichnet, kommt in der Regel auf jeden Fall in den Genuss der Timeshift-Funktion, kann also noch während der Aufnahme die Aufzeichnung an beliebigen Stellen wiedergeben oder anhalten. Kauft man nicht ein Kombigerät, das auf Festplatte und DVD aufnehmen kann, muss man sich jedoch zwischen zwei Medien entscheiden: DVDs können Sie sofort archivieren, mitnehmen oder weitergeben, allerdings fehlt den Scheiben meist die Fähigkeit, lange Aufnahmen in guter Qualität zu speichern. Zwei Stunden in der zweitbesten Qualität - mehr geht nicht. Wer vor allem einen Zwischenspeicher für den Boxkampf oder das Shakira-Special nach Mitternacht sucht oder einfach Werbeblöcke überspringen will, der ist mit einem Festplatten-Recorder besser beraten.

Welches Medium ist das günstigste?

Mit Blick auf die Aufnahmezeit gibt es nichts Preiswerteres als VHS-Band, das man zu Schleuderpreisen von etwa 50 Cent pro Stunde findet. Aber die Preise für digitale Medien fallen stetig. Eine 120-GB-Platte archiviert rund 60 Stunden Video und kostet etwa 80 Euro - macht also rund 1 Euro 30 pro Stunde. Günstige DVDs kosten pro Stunde Spielzeit mit vergleichbarer Aufzeichnungsqualität ebenfalls zwischen ein und zwei Euro, sind allerdings nur einmal bespielbar, also eher zum Archivieren geeignet.

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