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Katastrophenwarnsystem via SMS in Erprobung

10.11.2005 | 12:31 Uhr |

SMS lassen sich für die unterschiedlichsten Zwecke benutzen. Beispielsweise für spontane Verabredungen, für heiße Liebesschwüre und fürs "Spicken" respektive Einsagen bei Schulprüfungen. Man könnte damit aber auch vor Umweltkatastrophen und Terroranschlägen gewarnt werden. Relativ kurzfristig, bevor Mutter Natur zuschlägt. Daran arbeitet man jetzt in den Niederlanden.

Die Niederländische Regierung erprobt derzeit ein Katastrophenwarnsystem via SMS. Das Warnsystem soll die Kurznachrichten gezielt nur an Personen schicken, die in akut gefährdeten Regionen wohnen. Dabei denken die Niederländer sowohl an Gefahren durch Naturkatastrophen als auch an terroristische Anschläge.

Das Cell Broadcast – so der Name des auf GSM-Technologie basierenden Systems – identifiziert dafür Mobiltelefone, die sich in den entsprechenden Gebieten aufhalten. Kommt es zu einem Vorfall oder steht dieser unmittelbar bevor, geht an alle identifizierten Handys die Warnung raus.

Die Testphase soll über zwei Jahre laufen. Danach will die Regierung entscheiden, ob das Warnsystem landesweit eingeführt werden soll. Das Cell Broadcast soll bisherige Warnsysteme wie Sirenen und Radiodurchsagen ergänzen, diese aber keinesfalls ersetzen.

Die Niederländer denken zudem darüber nach, diese Warnungen auch in einigen ausländischen Sprachen zu versenden. Dadurch könnten auch Touristen und Handelsreisende in bedrohten Regionen gewarnt werden.

Derzeit läuft die Testphase nur in der Stadt Zoetermeer . Bald sollen aber auch Amsterdam und das südwestliche Zeeland mit einbezogen werden.

Die dicht besiedelten Niederlande haben ein ganz besonderes Interesse daran, ihre Bürger bei Katastrophen möglichst schnell zu warnen. Denn große Teile des Landes liegen unter dem Meeresspiegel und werden durch aufwändige Deiche vor der Überschwemmung geschützt. Bricht einer dieser Deiche, befinden sich viele Bewohner mit einem Schlag in Lebensgefahr.

Katastrophenalarm künftig per Internet (PC-WELT Online, 16.01.2002)

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