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Kaspersky kündigt Antivirus-Lösung für UEFI an

19.04.2013 | 14:55 Uhr |

Eine neue, Hardware-basierte Lösung des Herstellers Kaspersky Lab soll versteckte Schädlinge bereits vor dem Boot-Vorgang aufspüren. Ein ROM-Chip prüft Systemdateien und Speicheradressen vor dem Start des Betriebssystems auf Malware.

Der BIOS-Nachfolger UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) steckt heute bereits in den meisten aktuellen PC-Modellen. UEFI bietet eine Schnittstelle für Sicherheitslösungen, die unabhängig vom Betriebssystem arbeiten. Dazu zählt etwa Secure Boot , das Boot-Code nur lädt, wenn er signiert ist. Der Antivirus-Hersteller Kaspersky Lab hat mit "Anti-Virus for UEFI" einen konfigurierbaren Malware-Scanner für diese Schnittstelle entwickelt.

Bereits vor vielen Jahren gab es einen in das BIOS integrierten Virenschutz, der vor Veränderungen am Startbereich der Festplatte durch Boot-Viren schützen sollte. Kaspersky Anti-Virus for UEFI greift die Grundidee wieder auf den PC bereits vor dem Laden des Betriebssystems auf Malware-Befall zu prüfen. Es basiert auf der bewährten Anti-Malware-Technik des Herstellers.

Versteckte Schädlinge wie Rootkits (oder Bootkits) nisten sich zum Teil so tief im System ein, dass sie vor dem Betriebssystem geladen werden. Sie können so steuern, welche Programme und Treiber geladen werden. Ein UEFI-basierter Malware-Scanner, der manipulationssicher in einem ROM-Chip steckt, kann solche Schädlinge aufspüren.

Findet Kaspersky Anti-Virus for UEFI derartige Malware, kann es wahlweise den Benutzer warnen oder den Start des Rechners verhindern, bis das Problem durch Fachleute beseitigt ist. Zielgruppe des Produkts sind vor allem Organisationen mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen – etwa Behörden, Kraftwerke, Militär oder Industrieanlagen. Der Schutz ist in der PC-Hardware integriert. Einen Antivirus-Chip, den Jedermann im Laden kaufen und nachträglich in seinen Rechner einsetzen kann, wird es demnach wohl nicht geben.

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