1650015

Hacker konzentrieren sich auf Mac OS und Android

12.12.2012 | 14:29 Uhr |

Das ehemals als sicher geltende Mac OS wird bei Virenschreibern ein immer beliebteres Ziel. Aber auch Android-User sind verstärkt im Visier der Hacker. Das geht aus einem Jahresrückblick von Kaspersky hervor.

Ende 2012 ist die Zeit der Jahresrückblicke. Auch Kaspersky blickt zurück auf die IT-Sicherheitslage des Jahres 2012. Die Daten für die Analyse kommen aus dem Kaspersky Security Network (KSN). Die Statistiken für 2012 zeigen eine deutliche Zunahme von Mac-Schadprogrammen sowie einen explosionsartigen Anstieg von Bedrohungen der Android-Plattform. Insgesamt sollen die Programme von Kaspersky 2012 mehr als 1,5 Milliarden webbasierte Angriffe und mehr als 3 Milliarden infizierte Dateien erkannt haben. Aktuell seien es 200.000 neue Schadprogramme, die jeden Tag geblockt würden. In der ersten Jahreshälfte waren es noch 125.000 blockierte Angriffe pro Tag.

Die wichtigsten Fakten der Kaspersky-Jahresstatistik 2012:
 

  • Kaspersky-Lab-Produkte verhinderten 2012 mehr als 1,5 Milliarden webbasierte Angriffe und damit das 1,7-fache des Vorjahrs.

  • Insgesamt konnte Kaspersky Lab auf den Rechnern der Anwender über 3 Milliarden Angriffe von Schadprogrammen abwehren; dabei wurden 2,7 Millionen verschiedene Malware-Modifikationen oder potenziell unerwünschte Programme identifiziert.

  • 99 Prozent der entdeckten mobilen Schadprogramme richteten sich 2012 gegen die Android-Plattform. Die Anzahl der identifizierten mobilen Schädlinge (Unique Samples) versechsfachte sich gegenüber 2011 auf 35.000.

  • Auch die Zahl der Schadprogramme gegen Mac OS X stieg weiter an: die Experten von Kaspersky Lab entdeckten 30 Prozent mehr Mac-Trojaner als vergangenes Jahr.

  • Die beliebteste Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle im Jahr 2012 war Oracle Java; auf diese Anwendung entfiel allein die Hälfte aller entdeckten Exploit-basierten Attacken gegen Software-Schwachstellen. An zweiter Stelle steht Adobe Reader mit 28 Prozent aller Angriffe.

  • Die meisten Server, auf denen Schadprogramme gefunden wurden, stehen in den USA. Es folgen Russland, die Niederlande, Deutschland und Großbritannien. Deutschland nimmt mit 11,4 Prozent aller registrierten schädlichen Hostings den unrühmlichen Platz 4 ein. Auf den Spitzenreiter USA entfallen 25,5 Prozent.

  • Infizierte Dateien wurden vor allem auf Computern in Bangladesch, Sudan, Malawi, Tansania und Ruanda entdeckt.

  • Die fünf Länder, die am wenigsten infizierte Dateien auf den Rechnern der Anwender aufwiesen, waren Dänemark, Japan, Finnland, Schweden und die Tschechische Republik. Deutschland kommt in dieser Statistik mit 24,3 Prozent auf einen neunten Platz.

Auf der Basis der registrierten internetbasierten Angriffe und der gefunden infizierten Dateien auf den Rechnern der Kaspersky-Kunden haben die Sicherheitsexperten die Staaten verschiedenen Risikoklassen zugeordnet. Gemessen am prozentualen Anteil des Infektionsrisikos beim Surfen steht Russland mit 58,6 Prozent zusammen mit weiteren ehemaligen Staaten der Sowjetunion an der Spitze. Surfer in Deutschland haben mit 31,8 Prozent Infektionsgefahr ein mittleres Risiko.

Mac OS zunehmend im Visier der Hacker

2012 wurde Flashback entdeckt, ein Botnetz, das etwa 700.000 Apple-Rechner mit Mac OS X umfasste. Doch nicht nur damit wurde der Mythos der Unverwundbarkeit der Mac-OS-X-Plattform entzaubert. Auch die wachsende Popularität der Apple-Produkte, besonders bei Politikern oder prominenten Unternehmern, machte sie zu einem beliebten zielgerichteten Angriffsziel von Cyberkriminellen, so Kaspersky. Im Jahr 2012 sollen 30 Prozent mehr Signaturen für verschiedene Mac-Trojaner identifizier worden sein als noch im Vorjahr.

Android ist das größte mobile Ziel der Angreifer

Auf Android entfielen 99 Prozent der neu entdeckten mobilen Schadprogramme, errechnet Kaspersky. Der Rest verteilte sich auf Symbian, Backberry und J2ME. Trotz zahlreicher Bemühungen von Google, eine eigene Anti-Malware-Technologie zu implementieren, tauchen bei Google Play nach wie vor schadhafte Anwendungen auf.

Weitere Jahresrückblicke 2012:

Google Zeitgeist 2012 - die Such-Hits des Jahres

Darüber sprach Facebook 2012

0 Kommentare zu diesem Artikel
1650015