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Diebstahl von EC-Karten am Geldautomaten

23.10.2009 | 15:12 Uhr |

Beim Betrug mit gestohlenen EC-Kartendaten zeichnet sich in diesem Jahr ein neuer Trend ab. Kriminelle manipulieren Geldautomaten, um mit einem Chip ausgestattete EC-Karten zu stehlen.

Während das so genannte Skimming (heimliches Auslesen des Magnetstreifens) von EC-Karten rückläufig ist, haben Kriminelle einen neuen Weg gefunden, um an das Geld von Bankkunden zu gelangen. Sie stehlen gleich die Originalkarte - nicht aus der Handtasche sondern am Geldautomaten. Der neueste Bericht des EAST (European ATM Security Team) sieht darin die Antwort auf die nahezu abgeschlossene Umrüstung von Geldautomaten mit Chip-Lesern.

Bislang wird regelmäßig davor gewarnt, dass Kriminelle Geldautomaten manipulieren, indem sie ein zusätzliches Kartenlesegerät vor den Eingabeschlitz bauen. Dieses liest den Magnetstreifen aus und die Betrüger können die Daten auf Blankokarten übertragen. Mit über dem Eingabefeld angebrachten Tastaturen oder mit Kameras bekommen sie noch die PIN zur Karte und können so Geld abheben oder einkaufen. Vorfälle nach dieser Methode sind nach dem Bericht des EAST für das erste Halbjahr 2009 um 19 Prozent zurück gegangen, die dadurch verursachten Schäden sogar um 30 Prozent.

In Europa werden EC-Karten mit einem Chip versehen, den die meisten Geldautomaten inzwischen erkennen können. Die Fälscher hingegen haben keine solchen EMV-Karten. Etwa 92 Prozent der europäischen Geldautomaten sind mit Stand Ende Juni 2009 bereits Chip-tauglich, Deutschland liegt genau im Schnitt, etliche andere EU-Länder sind bereits bei 100 Prozent. In den USA setzt man hingegen weiterhin nur auf den Magnetstreifen.

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