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Kartellstreit: Microsoft wettert gegen Massachusetts

23.06.2003 | 11:24 Uhr |

Microsoft hat in einem Schreiben an das US-Berufungsgericht im District of Columbia dafür plädiert, den Forderungen des Bundesstaats Massachusetts nicht nachzugeben. Statt dessen solle der nach langem Ringen mit dem US-Justizministerium erzielte und von Bezirksrichterin Colleen Kollar-Kotelly im Wesentlichen übernommene Vergleich aufrecht erhalten werden, erklärten die Anwälte der Gates-Company. Der Bundesstaat verfolge "extreme" Sanktionen, hieß es, von denen bestimmte Microsoft-Wettbewerber profitieren würden - nicht aber die Verbraucher.

Microsoft hat in einem Schreiben an das US-Berufungsgericht im District of Columbia dafür plädiert, den Forderungen des Bundesstaats Massachusetts nicht nachzugeben, berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche . Statt dessen solle der nach langem Ringen mit dem US-Justizministerium erzielte und von Bezirksrichterin Colleen Kollar-Kotelly im Wesentlichen übernommene Vergleich aufrecht erhalten werden, erklärten die Anwälte der Gates-Company. Der Bundesstaat verfolge "extreme" Sanktionen, hieß es, von denen bestimmte Microsoft-Wettbewerber profitieren würden - nicht aber die Verbraucher. Zudem ignoriere Massachusetts weitgehend den Urteilsspruch von Richterin Kollar-Kotelly und wiederhole stattdessen die bereits Anfang Mai vorgeschlagenen "Heilmittel".

Die US-Bundesstaaten Massachusetts und West Virginia hatten damals in einer Eingabe an das Berufungsgericht im District of Columbia härtere Auflagen gegen den Softwarekonzern gefordert. Anfang dieser Woche konnte sich Microsoft allerdings mit West Virginia auf einen außergerichtlichen Vergleich einigen. Massachusetts will dagegen das Verfahren durchziehen, da die Regelung zu schwach ausgefallen sei. So erfülle die geschlossene Vereinbarung bei weitem nicht das grundsätzliche Ziel, die Missbrauchspraktiken von Microsoft zu unterbinden.

Laut Vorschlag des Bundesstaats soll der Konzern es Anwendern und PC-Herstellern gestatten, einige Windows-Features zu entfernen. Weiterhin verlangt er etwa, dass Microsoft das Betriebsystem von allen Middleware-Produkten abkoppelt. Die Microsoft-Anwälte erklärten dagegen, dies erfordere einen kompletten Umbau des Betriebssystems und sei nahezu unmöglich.

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