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Kartellprozess: Überraschungszeuge tritt doch nicht auf

10.05.2002 | 14:23 Uhr |

Der Überraschungszeuge der neun US-Bundesstaaten, der ein modulares Windows vorführen sollte, wird nun doch nicht auftreten. Dies geht aus amerikanischen Medienberichten hervor. Der Grund: Die neun Bundesstaaten wollen ihre Glaubwürdigkeit vor der Richterin nicht aufs Spiel setzen.

Der Überraschungszeuge der neun US-Bundesstaaten, der ein modulares Windows vorführen sollte, wird nun doch nicht auftreten. Dies geht aus amerikanischen Medienberichten hervor.

Der Softwarespezialist James Bach sollte ursprünglich am 15. Mai eine abgespeckte Windows-Version vor Gericht vorführen. Geplant war eine Demonstration per Video ( wir berichteten ). James Bach hat ein um Middleware wie Browser und Media Player erleichtertes Windows auf Basis von Windows XP Embedded konstruiert.

Wie aus einer Meldung der Washington Post hervorgeht, forderte US-Richterin Colleen Kollar Kotelly die Bundesstaaten auf, weitere Informationen zur Aussage des Zeugen abzuliefern - damit Microsoft ein Kreuzverhör entsprechend vorbereiten könne. Die Staaten kamen der Aufforderung nach und lieferten nach Angaben des Microsoft Anwalts, Steven Holley, einen kompletten PC und 67 CD-Roms ab.

Darüber in Kenntnis gesetzt, geriet die Richterin - wie die Washington Post zu berichten weiß - regelrecht in Rage und warf den Anwälten der US-Bundesstaaten vor, Microsoft gezielt entmutigen zu wollen.

Diese Reaktion soll die Vertreter der Bundesstaaten dazu veranlasst haben, ihren Zeugen zurückzuziehen. Sie wollen ihre Glaubwürdigkeit vor der Richterin nicht aufs Spiel setzen, so Tom Greene, Kaliforniens Assistant Attorney General.

EU-Kommission will abgespecktes Windows (PC-WELT Online, 10.05.2002)

Ballmer erscheint nicht vor Gericht (PC-WELT Online, 06.05.2002)

Bill Gates: Modulares Windows doch möglich? (PC-WELT Online, 26.04.2002)

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