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Kartellamt untersucht Telekom-DSL-Drossel

14.05.2013 | 15:51 Uhr |

Die Telekom zieht mit ihren Plänen zur Drosselung von DSL-Anschlüssen nicht nur den Unmut der Verbraucher auf sich, sondern auch die Aufmerksamkeit des Kartellamts.

Wie das Handelsblatt berichtet , prüft das Kartellamt die Telekom-DSL-Drosselpläne (ab 2016 soll nach Erreichen eines Limits den Rest des Monats nur noch Surfen im Schneckentempo möglich sein) . Kartellamtschef Andreas Mundt habe betont: "Wir haben der Deutschen Telekom bereits Anfang Mai schriftlich Fragen zu ihren Drosselungsplänen gestellt". Bei der Prüfung gehe es vor allem darum, ob die Telekom konzerneigene Angebote wie Entertain bevorzugt vor Konkurrenten wie Lovefilm behandelt. Entertain wird im Gegensatz zu anderen Streaming-Diensten nicht beim Volumenverbrauch der Telekom-Flatrate angerechnet. Wer also einen Film über Entertain guckt, kann bis zum Monatsende länger mit Maximalgeschwindigkeit surfen, als jemand, der den gleichen Film bei einem anderen Dienst anschaut. Das Kartellamt wolle nun die Antwort der Telekom auf die gestellten Fragen abwarten. Bis dahin sehe man keine Veranlassung einzuschreiten.

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Dem Handelsblatt zufolge habe ein Sprecher der Telekom schon bestätigt, dass man die Fragen des Kartellamts beantworten wolle. Außerdem sei geäußert worden, dass Entertain ein bezahlpflichtiger Dienst sei - deshalb sei es gerechtfertigt, wenn das Übertragungsvolumen nicht angerechnet werde. Die Telekom verteidigt sich weiter, dass Entertain kein klassischer Internetdienst sei, sondern Fernsehen. Die hauseigene Plattform Videoload hingegen werde sehr wohl auf den Verbrauch angerechnet.

Auch die Bundesnetzagentur fordert Klarheit von der Telekom.

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