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Kartellamt überprüft heute.t-online.de

06.09.2001 | 12:54 Uhr |

Das Bundeskartellamt will die Kooperation zwischen dem Internet Provider T-Online und dem Zweiten Deutschen Fernsehen im Rahmen von heute.t-online.de überprüfen. Die Zusammenarbeit hat den Unmut vieler Rundfunk-, Telekommunikationsanbieter und Zeitungsverleger hervorgerufen. Diese sehen in dem Vorgehen des ZDF einen Verstoß gegen Wettbewerbsgesetze.

Das Bundeskartellamt will die Kooperation zwischen dem Internet Provider T-Online und dem Zweiten Deutschen Fernsehen im Rahmen von heute.t-online.de überprüfen. Die Zusammenarbeit hat den Unmut vieler Rundfunk-, Telekommunikationsanbieter und Zeitungsverleger hervorgerufen. Diese sehen in dem Vorgehen des ZDF einen Verstoß gegen Wettbewerbsgesetze, wie das Handelsblatt Online meldet.

Die Kartellbehörde will den Lizenzvertrag einsehen. Darüber hinaus reichte der Verband der privaten Rundfunk- und Telekommunikationsanbieter ( VPRT ) Beschwerde bei der EU-Kommission in Brüssel ein. Jürgen Doetz, VPRT-Geschäftsführer, sieht in dem Ausbau des Internets zur dritten Programmsäule der öffentlich-rechtlichen Anstalten einen Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln des EU. Das ZDF wies die Vorwürfe zurück.

Noch weiter geht der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger der mit einer Verfassungsklage droht. Zuvor wolle der Verband allerdings noch mit dem ZDF letzte Gespräche zu einer außergerichtlichen Einigung des Streits führen.

Der Hauptvorwurf gegen die Kooperation von ZDF und T-Online: Das ZDF betreibe verdecktes Sponsoring für T-Online, indem es die Internetadresse heute.t-online.de einblende. T-Online zahlt dem Handelsblatt zufolge für die Nutzung des Nachrichtenangebots des ZDF unter der Marke "heute" rund 6,5 Millionen Mark.

Das neue Portal von T-Online und ZDF ist im August gestartet. Zuvor hatte das ZDF eine Nachrichten-Website zusammen mit Microsoft und dem US-Fernsehkanal NBC ( MSNBC MSNBC) betrieben. Der ZDF-MSNBC-Auftritt war werbefinanziert. Dies wurde durch eine Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags jedoch kürzlich untersagt.

Widerstand gegen Internetgebühr (PC-WELT Online, 05.07.2001)

Rütgers: Keine Gebühren für ZDF-/ARD-Online (PC-WELT Online, 25.06.2001)

Privatsender erwägen Klage gegen ARD und ZDF (PC-WELT Online, 11.06.2001)

http://www.pcwelt.de/news/branchen/16123/ (PC-WELT Online, 14.05.2001)

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