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Kartell-Prozess: US-Bundesstaaten präzisieren ihre Forderungen

05.03.2002 | 17:05 Uhr |

Die Spannung im Kartellprozess gegen Microsoft wächst. Für das Softwareunternehmen aus Redmond steht viel auf dem Spiel: Wenn das Distriktgericht in Washington dem außergerichtlichen Vergleich, den Microsoft mit dem US-Justizministerium ausgehandelt hat, nach der Anhörung am Mittwoch zustimmt, ist ein Ende des fast vier Jahre laufenden Prozesses in Sicht. Dementsprechende Ränkespiele der Kontrahenten - Microsoft auf der einen und die neun US-Bundesstaaten auf der anderen Seite - stehen auf der Tagesordnung.

Die Spannung im Kartellprozess gegen Microsoft wächst. Für das Softwareunternehmen aus Redmond steht dabei einiges auf dem Spiel: Wenn das Distriktgericht in Washington dem außergerichtlichen Vergleich, den Microsoft mit dem US-Justizministerium aushandelte, nach der Anhörung am Mittwoch zustimmt, ist ein Ende des fast vier Jahre laufenden Prozesses in Sicht.

Dementsprechende Ränkespiele der Kontrahenten - Microsoft auf der einen und die neun US-Bundesstaaten auf der anderen Seite - stehen auf der Tagesordnung.

Microsoft-Chef Steve Ballmer beispielsweise sieht durch die Forderungen der Kläger im Kartellrechtsprozess sogar die Existenz seines Unternehmens bedroht. Der weltgrößte Softwarekonzern sei demnach im Fall eines Sieges der Kläger gezwungen, das Unternehmen zu schließen oder zumindest sein Flaggschiff, das Betriebssystem Windows, vom Markt zu nehmen ( wir berichteten ).

Die US-Bundesstaaten bemühen sich nun, die düsteren Prognosen des Microsoft-Chefs sowie den Softwaregiganten unterstützende Gruppen zu entkräften und haben ihren Forderungs-Katalog präzisiert. Panikmache durch Microsoft soll so der Boden entzogen werden.

Die Vorstellung der US-Bundesstaaten sieht laut der Washington Post so aus: Microsoft soll eine einzige "modulare" Version seines Betriebssystem zur Verfügung stellen. Browser und Media Player - so genannte Middleware-Produkte - sollen von PC-Herstellern und Kunden ausgesucht werden können.

Ein konkretes Beispiel für die US-Bundesstaaten soll, wie die New York Times berichtet, "Windows XP Embedded" sein. Windows XP Embedded basiert auf Windows XP für Desktop-PCs und ist mit speziellem Programmiercode erweitert, den Entwickler dazu benutzen können, das System an ihre eigenen Geräte wie zum Beispiel Set-top-Boxen und Industrie-Maschinen anzupassen.

Der Hintergrund: Neun Bundesstaaten hatten eine außergerichtliche Einigung des Bundesjustizministeriums und mehrerer Bundesstaaten mit Microsoft nicht akzeptiert. Sie bestehen auf schärferen Auflagen, um Microsoft zu einem fairen Wettbewerb zu zwingen

Kartell-Prozess: Microsoft macht Zugeständnisse (PC-WELT Online, 01.03.2002)

Microsoft soll Windows-Quellcode offen legen (PC-WELT Online, 14.02.2002)

Kartell-Prozess: Bill Gates tritt erstmals direkt als Zeuge auf (PC-WELT Online, 11.02.2002)

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