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Top-Manager verdienen im Ausland das Doppelte

06.04.2009 | 11:33 Uhr |

Aufgrund ihrer hohen Saläre wurden Spitzenkräfte angesichts der Finanzkrise geläutert. Dabei lockt das Ausland im Vergleich mit noch bedeutend höheren Bezügen.

Wie die Managementberatung Hewitt Associates aufzeigt, ist mehr als das Doppelte zu holen als etwa in Deutschland. Den Vergütungsexperten zufolge bietet besonders die aufstrebende und international vergleichsweise stabile Wirtschaftsmacht China Spitzenverdienste. So hat die Volksrepublik etwa die Gunst der Stunde genutzt, um reihenweise gefeuerte Banker US-amerikanischer Institute zu rekrutieren. In Deutschland sind die Gehälter von Top-Managern im Vorjahr hingegen um ein Fünftel eingeknickt.

"Die Wirtschaftskrise wirkt sich grundsätzlich auch auf die Gehälter im Ausland tätiger deutscher Manager aus, da ihre Bezüge auf Vergütungsstrukturen basieren, die hierzulande festgelegt werden", erklärt Hewitt-Vergütungsexperte Marco Reiners im Gespräch mit pressetext. Allerdings profitieren die Expatriates genannten Auslandsmitarbeiter deutscher Unternehmen von diversen Boni und Prämien. Die Konzerne "vergüten den Einsatz in der Fremde mit zahlreichen Zulagen wie zum Beispiel Auslands- oder Mobilitätsprämien und Ausgleichszahlungen für Kaufkraftunterschiede, Wohn- und Schulkosten", so Reiners. So klettern die Jahresgesamtbezüge etwa von in China tätigen Seniormanagern aus dem Westen auf durchschnittlich 173.575 Dollar. Chinesen in der gleichen Position erhalten hingegen mit im Schnitt 81.348 Dollar nicht einmal die Hälfte.

In der Regel seien die Prämien für Expatriates als Anreizzahlungen zu betrachten. Ihre Höhe betrage in Abhängigkeit von der Gruppenzugehörigkeit sowie der Funktion des Managers zwischen fünf und 25 Prozent des jährlichen Grundgehalts. Allerdings würden die Konditionen für im Ausland tätige Manager angesichts der derzeit angespannten finanziellen Situation vieler Unternehmen auf den Prüfstand gestellt. Zu ihrer Entsendung sehen sich die Arbeitgeber jedoch aufgrund eines Mangels an Spezialisten und hochqualifizierten Managern gezwungen. Zudem sei ein weiterhin anhaltendes Geschäftswachstum der Betriebe dafür ausschlaggebend.

Im Zuge der Reform der Managergehälter haben die Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfeltreffen neue Regeln vereinbart. So sollen Boni in Zukunft an langfristige Erfolge gebunden sein, während sie bislang bereits nach kurzfristigen Errungenschaften ausbezahlt wurden. Plänen der Europäischen Kommission zufolge sollen Gehälter bei einer schlechten Entwicklung zudem gekürzt werden. Vorstände und Aufsichtsräte könnten darüber hinaus stärker für Misserfolge haftbar gemacht werden. (pte)

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