24.02.2009, 13:21

Thomas Cloer

Karmic Koala

Ubuntu-Server für Cloud Computing

Das im Oktober kommende Release von Ubuntu (Codename "Karmic Koala") wird einen Schwerpunkt auf Cloud Computing legen.
Die Server-Version von Ubuntu 9.10 wird dazu nach Angaben von Mark Shuttleworth, Chef des südafrikanischen Ubuntu-Sponsors Canonical, Unterstützung für die Elastic Compute Cloud (EC2) von Amazon Web Services (AWS) und ein Portfolio an standardisierten Amazon Machine Images (AMIs) bieten. Das soll die Zusammenarbeit zwischen Applikationen erleichtern, die in der Cloud laufen. EC2 unterstützt bereits Windows Server 2003, OpenSolaris und verschiedene andere Linux-Distributionen, darunter die Enterprise-Varianten von Red Hat und Oracle.
Microsoft will später in diesem Jahr seinen eigenen gehosteten Cloud-Dienst "Azure" starten. Ubuntu könnte diesen Start um einiges verkomplizieren, indem es andere Wettbewerber ins Boot nimmt oder Unternehmen ihre eigene Cloud ermöglicht.
Neben der Unterstützung für AWS/EC2 wird Kosmic Koala nämlich auch das Open-Source-Tool "Eucalyptus" enthalten, mit dem Firmen EC2-artige Infrastrukturen im eigenen Rechenzentrum aufbauen können. Überdies soll die neue Version bessere Management-Fähigkeiten aufweisen, um den Energieverbrauch im Data Center zu senken.
Canonical veröffentlicht zwei Ubuntu-Updates mit alliterativen Tierspitznamen pro Jahr. Im Oktober 2008 erschien Version 8.10 "Intrepid Ibex" mit Fokus auf einfachere Konfiguration von Internet-Verbindungen und (speziell für Netbooks) optimierte Benutzerschnittstelle. Ziel für "Jaunty Jackalope" 9.0.4 im April ist eine kürze Boot-Zeit (25 Sekunden auf Netbooks) sowie die Verwischung von Grenzen zwischen lokal installierten und im Web gehosteten Anwendungen.
Auch Karmic Koala soll natürlich Verbesserungen für Desktop-Nutzer bringen: Shuttleworth verspricht eine nochmals kürzere Startzeit auf Netbooks sowie ansprechendere Boot- und Log-in-Bildschirme. Außerdem wird es erstmals eine Ausführung ganz speziell für die populären Netbooks geben, die mehr Hardware-Konfigurationen unterstützen und an die kleinen Bildschirmgrößen angepasst sein soll. Bevor es mit dem Koala-Coding aber richtig ernst wird, können Entwickler erstmal auf dem Ubuntu Developer Summit in Barcelona (25. bis 29. Mai) ihr Scherflein zum Design der Software beitragen. (Computerwoche/mha)
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