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Kann Linux Unix beerben?

15.08.2001 | 10:31 Uhr |

IBM hat erneut seiner Unterstützung für das OpenSource-Betriebssystem Linux Ausdruck gegeben. Gerne würde IBM Unix von seinen Servern werfen und durch Linux ersetzen, so das Unternehmen auf einer Entwicklerkonferenz, vorausgesetzt Linux reife weiter so, dass es alle wichtigen Aufgaben erfüllen könne.

IBM hat erneut seiner Unterstützung für das OpenSource-Betriebssystem Linux Ausdruck gegeben. Gerne würde IBM Unix von seinen Servern werfen und durch Linux ersetzen, so das Unternehmen auf einer Entwicklerkonferenz, vorausgesetzt Linux reife weiter so, dass es alle wichtigen Aufgaben erfüllen könne.

Ein IBM-Sprecher erläuterte auf der Entwicklerkonferenz des Unternehmens die Gründe für dessen Unterstützung von Linux und verwies dabei auf Features des Systems, die diesem dazu verhelfen könnten, Unix zu überholen. Während IBM zugibt, dass Linux noch ein Stück Weg vor sich hat, bis es mit den vielfältigen Funktionen von Unix mithalten kann, betonte das Unternehmen auch, dass Linux dafür kostengünstiger und benutzerfreundlicher im Servermanagement sein könne.

"Wir sind glücklich und zufrieden mit der Vorstellung, dass Linux der Nachfolger nicht nur für AIX, sondern für alle Unix-Betriebssysteme werden kann", so Steve Mills, Senior-Vizepräsident und Group Executive der IBM Software Group.

Um die Entwicklung von Linux voran zu bringen, hat IBM ein freies Software Evaluation Kit für Linux-Entwickler veröffentlicht. Das Kit kommt mit einer ganzen Reihe von IBM-Software für Linux und Windows, die sich die Entwickler damit vorab ansehen und in ihre Arbeit einbeziehen können.

Das Kit enthält etwa Applikationen wie IBM WebSphere Application Server, die Unternehmensversion von DB2 Universal-Datenbank Version 7.2 für Linux, Lotus Domino Server Release 5.0.7a für Linux und eine Auswahl anderer Java- und XML-Tools. IBM hat auch bekannt gegeben, dass eine Betaversion seines WebSphere Studio Workbench für Linux bereits auf seinen Websites zum Download bereit steht.

Gerade durch die Unterstützung von Entwicklern sieht IBM Möglichkeiten, Linux zu unterstützen und dazu beizutragen, dass das System nicht nur auf kleineren Servern, sondern auch auf High-End-Systemen benutzt werden kann, die derzeit auf Unix laufen. "Linux kann dazu benutzt werden, so ziemlich alles da draußen zu tun", gibt sich Irving Wladawsky-Berger, Vize-Präsident für Technologie und Strategie bei IBM, optimistisch.

IBM versucht denn auch, Linux auf all seinen Systemen einzusetzen. Die Stabilität des Betriebssystems biete unvergleichliche Flexibilität, so IBM. Insbesondere hat 'The Big Blue' beschlossen, Linux den Administratoren beim Key Server Management zur Unterstützung zur Seite zu stellen.

Die OpenSource-Wurzeln von Linux haben außerdem dazu beigetragen, so IBM-Sprecher, es flexibel für die Kommunikation mit anderen Betriebssystemen und Anwendungen zu halten. Diese Offenheit habe IBM dazu gebracht, Linux ins Zentrum seiner Bemühungen zu stellen, globale technologische Infrastrukturen aufzubauen.

"Alle Typen von Servern können auf einem Unix-Betriebssystem laufen", so Mills. "Was nicht klar ist, ist, ob dieses System Linux sein wird. Es muss sich noch weiter entwickeln und ausgereifter werden."

Während IBM-Sprecher einräumen, dass es durchaus auch sein könne, dass Linux nicht das Rennen um das Betriebssystem der Zukunft mache, ist das Unternehmen doch bereit, ihm mit Millionen von Dollars und so vielen Entwicklern wie es finden kann, den Rücken zu stärken.

300 Millionen Dollar für Linux (PC-WELT Online, 31.01.2001)

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