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Kanadischer Geheimdienst verfolgt Passagiere via Flughafen-Wi-Fi

31.01.2014 | 17:07 Uhr |

Der kanadische Geheimdienst CSEC hat Reisende über das Wi-Fi-Netz eines großen Flughafens verfolgt. Das enthüllen neue Geheimdokumente des Whistleblowers Edward Snowden.

Der Fernsehsender CBC News ist in dieser Woche in den Besitz neuer Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden gelangt. Die Akten geben Aufschluss über die Spionage-Taktiken des kanadischen Geheimdienstes CSEC. Demnach hat die Behörde über das kostenlose Wi-Fi-Netz eines großen kanadischen Flughafens tausende Passagiere ausgespäht. Selbst nach dem Verlassen des Flughafengebäudes konnten die Reisenden vom Geheimdienst noch bis zu zwei Wochen weiterverfolgt werden, während sie sich in andere Wi-Fi-Netze in Kanada und den USA eingewählt hatten.

Den Angaben zufolge habe es sich bei der Spähaktion um einen Testlauf gehandelt. Die Verfolgung der Flugreisenden hätte laut den Dokumenten der Entwicklung einer neuen Überwachungssoftware gedient, die der CSEC zusammen mit der NSA entworfen habe. Die gesammelten Daten sollten im Anschluss mit den Geheimdiensten von Großbritannien, Australien und Neuseeland geteilt werden. Wie CSEC an die Daten der Flugpassagiere gelangen konnte und wie es der Behörde gelungen ist, sich in weitere WLAN-Netze in den USA und Kanada zur Überwachung einzuwählen, ist unklar.

NSA sammelt 200 Millionen SMS pro Tag

In Kanada sorgt die neueste Enthüllung für Empörung. So sei die Aktion laut dem Politikwissenschaftler Ronald Deibert vom Citizen Lab der Universität Toronto „fast sicher illegal“. Eine Stellungnahme seitens CSEC steht derzeit noch aus.

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