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Kampf um Morpheus und Co.

23.01.2002 | 13:59 Uhr |

Nach Napster geraten zunehmend auch Hersteller und Anbieter von Peer-to-Peer-Software ins Visier der Anwälte verschiedener Musik- und Unterhaltungsunternehmen. Vor einem Gericht in Los Angeles wurden nun die Vorzüge von Morpheus hervorgehoben, um die Software vor einem Verbot zu bewahren. Die Chancen stehen dabei gar nicht schlecht.

Nach Napster geraten zunehmend auch Hersteller und Anbieter von Peer-to-Peer-Software ins Visier der Anwälte verschiedener Musik- und Unterhaltungsunternehmen. Vor einem Gericht in Los Angeles wurden nun die Vorzüge vonMorpheushervorgehoben, um die Software vor einem Verbot zu bewahren.

Fred von Lohmann, Verteidiger von Music City Networks , gab zu bedenken, dass die Software nicht nur für illegale Aktivitäten genutzt werden kann. "Morpheus ist eine mächtige Technologie, die eine Vielzahl verschiedener Dinge genutzt werden kann,... und die Vorzüge dieser Technologie sollten nicht eingeschränkt werden", so Lohmann.

Am 28. Oktober 2001 wurde das Unternehmen von 28 Unterhaltungsunternehmen aus der Musik- und Filmbranche verklagt. Der Grund: Morpheus erlaube es seinen Nutzern, Urheberrechte zu verletzen, indem Kopien von Filmen und Musiktiteln getauscht werden können.

Die Verteidigung beruft sich nun auf den Nutzen, den die Technologie in sich birgt. So verglich von Lohmann die Software mit einem herkömmlichen Kopiergerät. Auch mit diesen Geräten wäre es möglich, Urheberrechte zu verletzen, beispielsweise indem man ein Buch ohne Erlaubnis kopiert.

Über Morpheus lassen sich jedoch auch Daten tauschen, die keinen illegalen Ursprung haben, wie beispielsweise Shareware-Programme, oder freigegebene Filme oder Musiktitel. Kurz gesagt will die Verteidigung darauf hinaus, dass eine Technik nicht verboten werden darf, nur weil sie missbräuchlich genutzt werden kann. Dass diese Strategie erfolgreich sein kann, beweist ein Fall aus den 80er Jahren, den Sie auf der folgenden Seite finden.

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