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Kampf um Linux-Desktop?

01.09.2000 | 19:59 Uhr |

Konkurrenzkampf um den Linux-Desktop? Das KDE-Entwicklerteam hat in einer Stellungnahme zur Gründung der GNOME Foundation diesem Konkurrenzdenken eine klare Absage erteilt. Auch die Ankündigung von Sun und Hewlett Packard, GNOME als ihren Standarddesktop zu verwenden, habe nichts mit der Weiterentwicklung des beliebten KDE-Desktops zu tun.

Konkurrenzkampf um den Linux-Desktop? Das KDE-Entwicklerteam hat in einer Stellungnahme zur Gründung der GNOME Foundation diesem Konkurrenzdenken eine klare Absage erteilt. Auch die Ankündigung von Sun und Hewlett Packard, GNOME als ihren Standarddesktop zu verwenden, werde die Entwicklung des qualitativ hochwertigen KDE-Desktops nicht beeinflussen.

Mit der KDE-Entwicklung habe das Ganze nicht das Geringste zu tun, lassen die Entwickler verlauten. Seit Bekanntgabe der Gründung der GNOME-Foundation waren sie immer wieder nach ihrer Position gefragt worden und haben deshalb nun eine Stellungnahme veröffentlicht.

Das Entwicklerteam arbeite aus purem Vergnügen an diesem Produkt, heißt es da. Marktanteile oder Firmeninteresse spielten dagegen keine Rolle. Der KDE-Desktop werde daher in jedem Fall weiterentwickelt werden. Fakt sei, dass der KDE-Linuxdesktop gegenwärtig sowohl bei Entwicklern als auch Anwendern sehr beliebt sei. Nahezu alle großen Linux-Distributionen unterstützen KDE als Desktop und alle bis auf eine enthalten den Desktop auch.

Ein Überblick von Borland/Inprise habe gezeigt, dass nahezu die Hälfte aller Entwickler mit KDE programmieren und weit über die Hälfte den Linux-Desktop KDE selbst benutzen. Erst auf der Linuxworld Expo in San Jose hatte KDE den "Show Favorites"-Preis gewonnen. Nahezu 600 KDE-Anwendungen sind bereits entwickelt worden. In Kürze soll bereits die Version 2.0 veröffentlicht werden,

Die Gründung der GNOME Foundation betreffe das KDE-Projekt nicht. "Sie haben nur die Art verändert, wie ihr eigenes Projekt gesteuert und kontrolliert wird", heißt es nicht ohne eine Spitze in der Stellungnahme. "Das heißt, die Stiftung wird bestimmen, wann GNOME veröffentlicht wird, wie es aussehen wird und was zum GNOME-Standard erklärt wird." Eine vergleichbare Gründung einer KDE-Stiftung werde es in keinem Fall geben: "KDE ist immer von den Entwicklern, die daran arbeiten, kontrolliert worden und das wird auch in Zukunft so sein. Wir werden allen Versuchen, das zu ändern, widerstehen."

Zu einem Kampf um den "mythischen Linux Desktop Standard" werde es nicht kommen. Linux-Nutzer tendierten dazu, sich Standards zu widersetzen und sich ihre Anwendungen selbst auszusuchen. Außerdem sei KDE sehr etabliert und werde sich nicht so einfach von Firmen mit kommerziellem Interesse verdrängen lassen. So sehr die Medien sich auch die Verkündigung eines "Gewinners im Kampf um den Desktop" wünschen - sie werden enttäuscht bleiben. (PC-WELT, 01.09.2000, lmd)

KDE-Stellungnahme

Kooldown: Vierte KDE-Beta (PC-WELT Online, 25.08.2000)

Linux: Korner folgt auf Kleopatra (PC-WELT Online, 01.08.2000)

Linux: Erste Beta von KDE 2.0 (PC-WELT Online, 12.05.2000)

Suse Linux 7.0 erhältlich (PC-WELT Online, 24.08.2000)

Gratis: Corel Linux - zweite Edition (PC-WELT Online, 04.08.2000)

Zweischneidiges Suse 7.0 (PC-WELT Online, 01.08.2000)

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