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Kampf der Sportportale

11.04.2001 | 15:51 Uhr |

Sportportale im Internet haben es schwer: Die Konkurrenz ist hart und die Finanzierung meist schwierig. International etablierte Portale wie Sportale oder Quokka Sports entlassen bereits Mitarbeiter, um Kosten zu senken. Der deutsche Marktführer Sport 1 dagegen scheint eine rosige Zukunft für sich vorauszusehen.

Sportportale im Internet haben es schwer: Die Konkurrenz ist hart und die Finanzierung meist schwierig. International etablierte Portale wie Sportale oder Quokka Sports entlassen bereits Mitarbeiter, um Kosten zu senken. Der deutsche Marktführer Sport 1 dagegen schaut trotz der Krise in der New Economy zuversichtlich in die Internet-Zukunft.

"Wir wollen bis zum Ende 2002 den Break-even erreichen", erklärte Sport 1-Unternehmenssprecher Thomas Medau. Der Anzeigenmarkt bei den Werbebannern ist in den vergangenen Monaten massiv eingebrochen, aber Medau sieht für seine Firma gute Aussichten: "Als Marktführer hat das geringere Anzeigenaufkommen nicht so große Auswirkungen auf uns wie auf die Konkurrenz."

Das Münchner Unternehmen will neue Einnahmequellen erschließen und andere erweitern. Der Vertrieb von Inhalten (Content) an Dritte soll ausgebaut und auch der Verkauf des mobilen Contents intensiver betrieben werden. Mit E-Commerce soll ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet werden, der Dienstleistungs- und Service-Bereich ein größeres Geschäftsfeld werden. Zur Zeit arbeitet der Internet-Anbieter für den Eishockey-Weltverband (IHF) und betreibt während der Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland (28. April bis 13. Mai 2001) die offizielle WM-Website ihwc.net.

Zusätzlich wird bei Sport 1 auch an der Verbesserung des Auftrittes gearbeitet. In der zweiten Aprilhälfte beginnt der Relaunch, der das Angebot lese- und nutzerfreundlicher gestalten soll. Außerdem wird die Software umgestellt, damit die Meldungen schneller im Internet verfügbar sind. Bisher wurden Aktualitätsprobleme beklagt.

Mit sport.de musste der erste Mitbewerber im vergangenen Jahr aufgeben. Er wurde von World of Internet übernommen. Aber auch dieses Hamburger Unternehmen, das beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli während der Saison als Sponsor ausgestiegen ist, steckt mittlerweile in finanziellen Schwierigkeiten.

Neu im Markt ist seit dem 27. März sportgate.de, das zu 60 Prozent Ex-Tennisstar Boris Becker gehört. Als Minderheitseigner (fünf Prozent) sitzt der Deutsche Sportbund (DSB) mit im Boot, der seinen Mitgliedsvereinen eine Kommunikationsplattform schaffen will. Aber auch die deutsche Ausgabe von sports.com und sportal.de kämpfen um Marktanteile.

Die Sportal-Mutter in London machte zuletzt Schlagzeilen. Ende 2000 sagten Investoren weitere 15,3 Millionen Mark zu, wenn die Kosten reduziert würden. Zehn Prozent der etwa 300 Mitarbeiter mussten daraufhin gehen. Weitere Entlassungen werden dementiert.

Nach englischen Zeitungsberichten sollen die von Sportal betreuten und vermarkteten Websites von internationalen Top-Clubs wie AC Mailand, Juventus Turin und Bayern München verkauft werden. Branchenkenner sind sich einig, dass diese kaum zu refinanzieren sind. Außerdem haben die wichtigen Sponsoren der Vereine ein Mitspracherecht, wer auf den Seiten werben darf. Das erschwert die Vermarktung.

Auch das US-amerikanische Unternehmen Quokka Sports, das gemeinsam mit seinem Partner NBC die offizielle Seite der Olympischen Spiele in Sydney betrieb und dabei 5,6 Milliarden Nutzer auf diese Seite zog, wird vollkommen umstrukturiert. Als Folge der Kosteneinsparung müssen 59 Prozent der 369 Angestellten gehen. Dabei sind die Einnahmen in der Vergangenheit von 13,1 Millionen Dollar (1999) auf 47,2 Millionen Dollar (2000) gestiegen. Aber auch die Verluste: von 54,4 Millionen Dollar (1999) auf 75,9 Millionen (2000). (PC-WELT, 11.04.2001, dpa/ lmd)

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