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Kaliforniens Stromnetz kurz vor dem Zusammenbruch

25.07.2006 | 11:21 Uhr |

Die Communityseite myspace.com war bekanntlich einige Stunden offline, weil die Stromversorgung schlapp machte. Die Probleme mit der Stromversorgung betreffen aber nicht nur myspace.com, in ganz Kalifornien ist das Stromnetz bis an die äußersten Grenzen belastet.

Das Datenzentrum von myspace.com steht im Raum Los Angeles. In den letzten Tagen brach die Stromversorgung dieses Datenzentrums zusammen (wie übrigens auch einige weitere 10.000 Haushalte in Südkalifornien ohne Strom waren) und die Notstromaggregate versagten ebenfalls, myspace.com ging offline. Nur ein einsames kleines Pacman-Spiel hielt auf myspace.com die Stellung ( die PC-WELT berichtete ). Die Verantwortlichen der Communityseite schieben die Schuld auf die Hitzewelle, die derzeit Kalifornien überrollt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

In Kalifornien ist es generell sehr warm. Wenn es im Sonnenstaat aber über einen längeren Zeitraum besonders heiß wird wie in diesen Tagen, dann laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Das stellt das ohnehin stark belastete Stromnetz zusätzlich vor besondere Herausforderungen. Denn Kaliforniens Strom-Infrastruktur ist in die Jahre gekommen. Das scheint der wirkliche Grund für den Ausfall von myspace.com zu sein.

Bisher gelang es den Verantwortlichen der kalifornischen Stromversorgung gerade noch einen flächendeckenden Blackout zu vermeiden. Doch besonders am Montag brach hin und wieder die Stromversorgung zusammen. Mittlerweile bitten die Stromversorger einige stromabnehmende Unternehmen, ihren Stromverbrauch zu reduzieren.

Das kalifornische Stromnetz mit seinen Transformatoren und Leitungen gehört nämlich zu großen Teilen ins Museum. Die Anlagen stammen laut einem Bericht der Los Angeles teilweise aus den 1920er und 30er Jahren. Sie entstanden in einer Zeit, als es noch keine Klimaanlagen gab und der Strombedarf generell viel geringer war als heutzutage. Ein Verantwortlicher der Elektrizitätswerke brachte es auf den Punkt: "Als die Transformatoren aufgestellt wurden, gab es noch keine Klimaanlagen und keine Häuser mit zwei PCs und fünf Fernsehern".

Die Verantwortlichen sind sich des Problems zwar bewusst und wollen die alten Anlagen schon länger ersetzen. Doch der Austausch kommt nur langsam voran. So hoffen alle Betroffenen auf einen Wetterumschwung: Wenn es wieder kühler wird, ist Kaliforniens Stromnetz über den Berg. Bis zur nächsten Hitzewelle.

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