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KFZ-Versicherung wirft Wundercar-Fahrer raus

28.07.2014 | 13:32 Uhr |

Aus Hamburg ist der erste Fall bekannt geworden, in dem ein Versicherungsunternehmen einem Auto-Fahrer dessen KFZ-Versicherung gekündigt hat, weil er für Wundercar gefahren ist. Uber- und Wundercar-Fahrern könnte im Falle eines Verkehrsunfalls sogar der finanzielle Ruin drohen.

Mit den Smartphone-Apps von Uber und Wundercar kann man sich Privatautos als Taxi-Ersatz suchen. Am Steuer des PKWs sitzt nicht etwa ein professioneller Taxi-Fahrer, sondern eine Privatperson, die mit ihrem Auto etwas dazu verdienen will (im Falle von Wundercar erfolgt die Bezahlung in Form eines Trinkgelds). Der Taxi-Branche ist die neue Konkurrenz natürlich ein Dorn im Auge. Die Profi-Chauffeure können aber anscheinend auf Unterstützung durch die Versicherungsbranche hoffen: Der erste KFZ-Versicherer hat einem Wundercar-Fahrer die KFZ-Versicherung gekündigt.

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Das berichtet das Branchenmagazin Taxi Times. Demnach habe der KFZ-Versicherer DA (Deutsche Allgemeine Versicherungen) einem Wundercar-Fahrer die KFZ-Versicherung gekündigt. Weil der Versicherer durch die geänderte Nutzungsart eine Gefahrenerhöhung sieht, die durch den bisher geltenden Versicherungsvertrag nicht abgedeckt war. Der betroffene Versicherungsnehmer hatte nämlich angegeben, dass er sein Fahrzeug nur „gelegentlich“ gewerblich nutzen würde.

So kam es zu der Kündigung

Die in Hamburg für die gewerbliche Personenbeförderung zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ging einer Anzeige gegen den Wundercar-Fahrer nach. Er soll laut Taxi Times für eine 1,7 Kilometer lange Personenbeförderung ein Trinkgeld von sechs Euro erhalten haben und zudem zuvor bereits 74 durch Wundercar vermittelte Personenbeförderungen durchgeführt haben. Der Halter hatte seinen Wagen aber weder als Taxi noch als Mietwagen bei der Hamburger Behörde gemeldet. Deshalb wandte sich die Behörde an die KFZ-Versicherung des Wundercar-Fahrers und fragte, ob er seine Versicherung über die Wundercar-Tätigkeit informiert habe.

Dabei stellte sich heraus, dass der Fahrer bei der online abgeschlossenen Versicherung die Nutzungsart mit „überwiegend privat“ angegeben hatte, von der Wundercar-Tätigkeit wusste die DA nach eigenen Angaben nichts. Diese Selbsteinschätzung passte nach Meinung der DA aber nicht zu den mittlerweile 75 Wundercar-Fahrten. Woraufhin prompt die Kündigung erfolgte.

Taxi-Fahrer protestieren gegen Uber und Co.

Laut Taxi Times ist dies der erste Fall, in dem ein Versicherungsunternehmen die KFZ-Versicherung wegen der Nutzung des privaten PKWs in Zusammenhang mit Wundercar gekündigt habe. Ob die Versicherung allerdings im Falle eines Personenschadens gezahlt hätte, sagte die Versicherung gegenüber der Behörde nicht.

Diese Haftungsfrage ist derzeit nicht geklärt. Von den KFZ-Versicherern gibt es dazu auch noch keine einheitlichen und verbindlichen Aussagen. Deshalb spekulieren Wirtschaftsmedien schon heftig darüber, dass einem Uber-Fahrer im Falle eines Unfalls – vor allem mit einem teuren Personenschaden – der finanzielle Ruin drohe.

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