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Jugendschutz: Politiker kontra Netzbetreiber

05.04.2007 | 16:39 Uhr |

Nach der Killerspiel-Debatte haben die Politiker offenbar ein neues Thema für sich entdeckt: Jugendschutz per Handy.

Der nordrhein-westfälische CDU -Landtagsabgeordnete Thomas Jarzombek fordert strengere Jugendschutzmaßnahmen bei Handys. Dazu will er vor allem die Netzbetreiber in die Pflicht nehmen. „Eltern müssen die Möglichkeit erhalten, die Geräte ihrer Kinder für den Empfang von Gewalt- und Pornoinhalten zu sperren“, fordert Jarzombek gegenüber der Presseagentur dpa. Sollten die Anbieter ihre Handys nicht freiwillig mit entsprechenden Funktionen ausstatten, werde die Landesregierung noch vor der Sommerpause über eine förmliche Änderung des Staatsvertrags zum Medienschutz beraten, kündigte der Politiker an.

Jarzombek geht es vor allem um die Einschränkung des Datenaustauschs per Bluetooth. Dieser soll beispielsweise nur noch nach Eingabe einer PIN-Nummer möglich sein. Alternativ könnten auch digitale Signaturen zum Einsatz kommen. Zudem versuche man bereits seit einem Jahr erfolglos die Netzbetreiber zu einer FSK-ähnlichen Einrichtung zu überreden. Studien zufolge sollen rund ein Drittel aller jugendlichen Handybesitzer schon einmal mit gewaltverherrlichenden Videos in Berührung gekommen sein. Für Aufsehen sorgten mehrere Fälle, bei denen Schüler gezielt verprügelt und die Taten mit der Handykamera dokumentiert und später verteilt wurden. Jarzombek appelliert an die Mobilfunk-Industrie, künftig stärker die Elternkontrolle zu fördern, um derartige Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

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