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BIU kritisiert Änderungsgesetz

06.05.2008 | 15:13 Uhr |

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. hat das Änderungsgesetz zum Jugendschutzgesetz kritisiert. Seiner Meinung nach löst der Entwurf nicht das eigentliche Problem einer einheitlichen Alterskennzeichnung unabhängig von der Verbreitungsart.

Wie kann im Bereich der PC- und Konsolen-Spiele der Jugendschutz effektiv verbessert werden? Diese Frage beschäftigt nicht nur Familien, Lehrer oder Verbände, sondern auch die Politik. Zu diesem Zweck soll in den kommenden Tagen über ein Änderungsgesetz zum Jugendschutzgesetz abgestimmt werden. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) kritisiert nun die darin enthaltenen, vorgesehenen Änderungen.

Dem Entwurf zufolge soll künftig auf den Verpackungen von Videospielen die USK-Plakette zur Altersfreigabe vergrößert werden, um Eltern leichter zu verdeutlichen, für welche Altersgruppe ein Spiel freigegeben ist. Dieser Schritt löst jedoch aus Sicht des BIU nicht die eigentliche Problematik: die der einheitlichen Alterskennzeichnung unabhängig vom Vertriebsweg. Und gerade der hat sich in den vergangenen Jahren massiv geändert. In erster Linie ist hier das Internet zu nennen. Immer mehr Spiele landen nicht mehr in Form von DVDs oder CDs in den Kinderzimmern, sondern praktisch und bequem per Internet-Verbindung. Hier gibt es aber zuweilen überhaupt keine Alterskennzeichnungen.

"Gerade die Schließung dieser Lücke wäre aus unserer Sicht jedoch dringend erforderlich, um den Jugendmedienschutz tatsächlich zu verbessern und die vorhandenen technischen Systeme auch zukünftig effektiv einsetzen zu können", sagt Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU. Eine USK-Prüfung von Spielen, die Online vertrieben werden, ist laut BIU derzeit nicht nicht möglich, da diese derzeit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag unterliegen. Nur durch eine Änderung könnten "Verbraucher, Eltern und Lehrer die Kennzeichnung als verlässliche Orientierungshilfe bei der Wahl altersgerechter Computer- und Videospiele nutzen", so der BIU.

Auch in Sachen USK-Plakette sieht der BIU noch Handlungsbedarf. So sei nicht deren Größe entscheidend, sondern deren Gestaltung und Wortlaut. Entsprechend schlägt der Verband eine veränderte Darstellung vor: An Stelle von Bezeichnungen wie "Freigegeben ab XX Jahren gemäß § 14 JuSchG" sollten nur noch die Zahlen 0, 6, 12, 16 und 18 abgedruckt werden. Weitere, nach Ansicht der BIU missverständliche Angaben wie "Ohne Altersbeschränkung" beziehungsweise "Keine Jugendfreigabe" würden dadurch ebenfalls obsolet. Darüber hinaus könnte durch die Platzersparnis die Alterszahl vier Mal größer als derzeit dargestellt werden.

Letztlich hilft aber auch das einfachste Kennzeichnungssystem nichts, so lange Kinder/Jugendliche über Eltern, Verwandte oder den Handel an Titel gelangen, die nicht für sie freigegeben sind.

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