09.03.2012, 19:37

Denise Bergert

Joseph Kony

Menschenrechtler jagen Warlord über Social-Media-Plattformen

©YouTube

Mit einer umstrittenen Aktion will die Menschenrechtsorganisation „Invisible Children“ in sozialen Netzwerken auf die Gräueltaten des afrikanischen Milizenführers Joseph Kony aufmerksam machen.
Bereits seit einigen Jahren sucht der Internationale Gerichtshof für Menschenrechte in Den Haag nach dem afrikanischen Milizenführer Joseph Kony. Um den Warlord endlich zu fassen, greift die Nonprofitorganisation „Invisible Children“ nun zu ungewöhnlichen Mitteln. Anhand eines Videos soll Kony über soziale Netzwerke mehr Bekanntheit erlangen – und endlich dingfest gemacht werden.
Der Plan scheint aufzugehen. Das Kony-Video wurde auf YouTube und Vimeo in den vergangenen Tagen mehr als 60 Millionen Mal angeklickt. Auch in sozialen Netzwerken wie Facebook wird der Clip noch immer weiterempfohlen. „Invisible Children“ will die Verbreitung von Twitter & Co. nutzen, um den Massenmörder und seine Gräueltaten ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und Spenden für Hilfsaktionen in Zentralafrika zu sammeln.

Joseph Kony soll in den vergangenen 20 Jahren Dörfer in Uganda überfallen und Kinder entführt haben. Viele von ihnen werden von Konys Lord's Resistance Army zu Soldaten ausgebildet. Aktuell soll sich der selbsternannte Warlord in Südsudan, der zentralafrikanischen Republik und dem Nordosten des Kongo aufhalten. Aufmerksamkeit bekommt das Anliegen der „Invisible Children“ durch die aktuelle Aktion zweifelsohne, doch ob ein geteiltes Facebook-Video tatsächlich zu der Ergreifung Konys in Afrika beitragen kann bleibt fragwürdig.
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