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John McAfee warf alle Smartphones weg - wegen Spionage

11.08.2014 | 09:57 Uhr |

Das Enfant Terrible John McAfee macht wieder einmal von sich reden: Der Sicherheits-Pionier trat auf der Hacker-Konferenz Def Con auf – und warnte eindringlich vor der Benutzung von Smartphones. Seine eigenen Smartphones hat er bereits weggeworfen.

John McAfee nutzte die diesjährige Hacker-Konferenz Def Con für einen seiner spektakulären Auftritte, wie verschiedene US-Medien berichten . Er warnte nämlich eindringlich davor Smartphones zu benutzen. Er begründete seine Aussage damit, dass Smartphones amerikanische Verbraucher ausspionieren würden. Das Gerät, das am meisten Privatsphäre versprechen würde, wäre ein dummes Telefon. Er habe deshalb alle seine Smartphones weggeworfen.

Der Paradiesvogel McAfee mag unter Sicherheits-Gesichtspunkten ja durchaus Recht haben, angesichts seiner bisherigen Vita dürfte er aber nur wenige Smartphone-Besitzer davon überzeugen können, ihr Mobil-Gerät wegzuwerfen. Im Zeitalter von iPhone, Android und Windows Phone ist das ohnehin eine mehr als provozierende Forderung.

John McAfee sagte zudem auf der Def Con, dass er mit brownlist.com eine etwas merkwürdig erscheinende Seite gestartet habe, auf der man sich über große Unternehmen und Institutionen beschweren könne. Damit sollen diese zur Lösung des jeweiligen Problems gezwungen werden.

Video: McAfee erklärt, wie man McAfee entfernt

John McAfee gründete 1987 das gleichnamige Sicherheitsunternehmen, das der Chip-Gigant Intel im Jahr 2011 für sieben Milliarden US-Dollar aufgekauft hat. Intel hat Anfang des Jahres 2014 angekündigt, dass es die bisherigen McAfee-Produkte künftig unter dem Markennamen Intel Security vermarkten wolle. John McAfee wiederum verkündete lautstark, dass er keine McAfee-Software mehr verwenden wolle. Er begründete diese Entscheidung mit deftigen Worten: „Ich bin Intel ewig dankbar, dass sie mich von dieser schrecklichen Verbindung mit der schlechtesten Software des Planeten befreien. Das sind nicht meine Worte, sondern die Worte von Millionen zorniger Nutzer“.

Zuvor war John McAfee 2012 aus dem mittelamerikanische Land Belize geflüchtet, weil sein dortiger Nachbar tot aufgefunden worden war. In diesem Zusammenhang verbuddelte er sich unter anderem im Sand, um nicht gefunden zu werden, und tarnte sich als betrunkener deutscher Tourist. Er tauchte unter und meldete sich nur von Zeit zu Zeit via Internet. In Guatemala, wohin er sich geflüchtet hatte, täuschte er einen Herzinfarkt vor. Damit erreichte er, dass er in die USA deportiert wurde.

John McAfee hatte jahrelang als Yoga-Lehrer gearbeitet und darüber auch Bücher geschrieben. Er betätigte sich zudem als Leichtflugzeugpilot und beschäftigte sich mit der Entwicklung von Antibiotika. In seinen jungen Jahren will John McAfee Probleme mit Alkohol und Kokain gehabt haben. Inwieweit das alles zutrifft oder ob es sich dabei nur um eine bewusste Stilisierung als Rebell gegen das Establishment handelt, ist schwer zu beurteilen.

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