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Jetzt mahnt Slysoft die Musikindustrie ab

15.02.2005 | 13:12 Uhr |

Slysoft dreht den Spieß um und mahnt die Musikindustrie wegen Äußerungen ihres Pressesprechers ab – doch die weiß gar nichts davon.

Eigentlich wäre es an sich schon eine gute Geschichte: Slysoft, ein in der Karibik beheimatetes Unternehmen, das Software zum Erstellen von Sicherheitskopien herstellt, geriet deswegen in der Vergangenheit immer mal wieder in die Schusslinie der Musikindustrie. Denn nach dem neuen Urheberrechtsgesetz ist der Einsatz einiger Tools, die Slysoft vertreibt, in Deutschland verboten.

Insbesondere wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder Privatleute durch Anwälte der Musikindustrie abgemahnt, etwa weil sie Produkte der Firma über das Auktionshaus Ebay verkauft hatten oder Links zu den Slysoft-Produkten auf der eigenen Website gesetzt hatten. Zuletzt wurde der Heise-Verlag abgemahnt, da auch auf deren Website ein entsprechender Link zu finden war.

Jetzt dreht Slysoft den Spieß um und mahnt umgekehrt den Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft und die deutsche Sektion der IFPI ab. Die Abmahnung mit strafbewährter Unterlassungserklärung bezieht sich auf Äußerungen des Pressesprechers Dr. Hartmut Spiesecke.

Dieser behauptet in einer Presseerklärung , die auch auf der Seite der IFPI zu finden ist, der Heise-Verlag ermögliche „dem vor dem deutschen Gesetzgeber in die Karibik geflüchteten Hersteller (…) die hier verbotene Verbreitung seiner illegalen Software“. Das sei, so Slysoft, ein strafbarer, rechtswidriger Eingriff in den Werbebetrieb, eine kreditgefährdende Äußerung und ein unerlaubter Wettebewerbsverstoß. Insbesondere die „Flucht in die Karibik“ und die „Verbreitung illegaler Software“ will Slysoft so nicht stehen lassen.

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