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Jedes vierte Phishing-Opfer bleibt auf der Strecke

27.07.2005 | 15:40 Uhr |

Opfer von Identitätsdiebstahl brauchen oft mehr als ein Jahr zur Wiederherstellung ihres guten Namens.

Wer auf die eine oder andere Weise Opfer von Identitätsdiebstahl geworden ist, hat unter Umständen eine harte Zeit vor sich. Eine repräsentative Umfrage der Versicherung Nationwide Mutual Insurance unter knapp 1100 Betroffenen in zehn US-Großstädten kommt zu dem Ergebnis, dass sich mehr als ein Viertel der Opfer auch nach einem Jahr noch nicht von den wirtschaftlichen Folgen erholt hat.

Die gestern veröffentliche Studie zeigt, dass 28 Prozent der Befragten ihren guten Namen auch nach einem Jahr nicht wieder herstellen konnten. Ihre vor dem Vorfall meist untadelige Kreditwürdigkeit ist ruiniert, das ergaunerte Geld ist erstmal weg und das Opfer unter Umständen zahlungsunfähig.

Im Durchschnitt wurden im Namen und auf Rechnung der Opfer Geschäfte im Wert von etwa 4000 US-Dollar getätigt. Während die meisten für diese Schäden nicht aufkommen mussten, blieben 16 Prozent der Opfer auf den Kosten teilweise oder vollständig sitzen. Durchschnittlich vergingen fünfeinhalb Monate, bis die Geschädigten ihre Angelegenheiten vollständig ordnen konnten.

Mehr als die Hälfte der Befragten hat die Vorkommnisse selbst entdeckt, entweder durch ungewöhnliche Posten auf der Kreditkartenabrechung oder wegen fehlenden Beträgen auf dem Bankkonto. Nur in 17 Prozent der Fälle waren es Banken oder andere Kreditgeber, die ihre Kunden auf den Missbrauch hinwiesen.

Opfer von Identitätsdiebstahl wissen oft nicht an wen sie sich wenden sollen, um ihren Namen wieder reinzuwaschen. Dabei nannten 40 Prozent der befragten Opfer die Polizei, ihre Bank oder Kreditunternehmen als diejenigen Einrichtungen, mit denen sie dabei die meisten Probleme hatten. Oft müssen sich Opfer des Verdachts erwehren, selbst Betrüger zu sein.

Die Wiederstellung des guten Namens nach einem Identitätsdiebstahl kann also sehr zeitaufwändig und nervenaufreibend sein. Nicht immer hat es der Bankkunde selbst in der Hand, den Missbrauch seiner Identität zu vermeiden. Man muss nicht auf PhishinGoogle-Mails herein fallen - etliche Meldungen über Datendiebstähle bei Kreditinstituten in den vergangenen Monaten zeigen, dass es auch Schwachstellen außerhalb des Einflussbereichs des Einzelnen gibt.

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