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BBC entwickelt Smartphone-Spionagetool

11.08.2010 | 09:45 Uhr |

Ein Mitarbeiter von BBC News hat für den Nachrichtensender eine Smartphone-Spyware entwickelt. Das Spionageprogramm sieht oberflächlich wie ein Spiel aus, kann aber private Daten klauen.

Sinn der Übung war zu zeigen, wie leicht ein solcher Schädling zu schreiben ist. Der Technologie-Korrespondent Mark Ward hat für die Entwicklung mithilfe bestehender Code-Fragmente nur wenige Wochen gebraucht und das ohne große Programmierkenntnisse.

"Die BBC hat völlig Recht. Fast jeder kann einen funktionierenden Trojaner schreiben. Wahrscheinlich hat es länger gedauert, das eigentliche Spiel zu programmieren", meint David Sancho, Senior Threat Researcher bei Trend Micro. Dass die Malware-Bedrohung für Smartphones steigt, zeigt indes, dass der Virenspezialist Kaspersky den ersten SMS-Trojaner für Android entdeckt hat .

Viren nach Baukastenschema

Von den 1500 Programmzeilen des bei dem BBC-Experiment entstandenen Spiels dienen rund 250 dazu, Kontakte, Textnachrichten und Standort auszuspionieren. Für die Entwicklung hat Ward die Grundzüge der Java-Programmierung gelernt. Zwar bekam er etwas Hilfe vom Sicherheitsunternehmen Veracode , doch hat er nicht zuletzt Code-Fragmente aus dem Internet genutzt. "Es gibt für solche Zwecke sogar Baukastensysteme", sagt Kaspersky-Virenanalyst Christian Funk. "Allerdings würden echte Cyberkriminelle wohl einfach versierte Mitglieder der Cyber-Unterwelt beauftragen."

Die App aus dem BBC-Experiment sieht eher schlicht aus, was aber in der Praxis kaum ein Hindernis wäre. "Es ist leicht, Nutzer dazu zu bekommen, Gratisspiele herunterzuladen", erklärt Sancho. Allerdings wird die Spyware-App nicht veröffentlicht.

(pte)

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