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Jedem Baby seine eigene Internet-ID

23.05.2006 | 11:16 Uhr |

Der kleine Erdenbürger hat noch gar nicht das Licht der Welt erblickt, noch schlummert er geborgen im Mutterleib, da richten Webmaster bereits eine Internet-ID für ihn ein und schalten Webspace für seine eigene Website frei. So oder so ähnlich stellen sich Internet-Experten die Zukunft der Menschheit vor.

Jedem Baby seine eigene Website und seine eigene Internet-ID. Später, wenn er älter ist, bezahlt der Nachwuchs nur noch mit digitalem Geld von virtuellen Konten, richtiges Bargeld ist überflüssig. Und den perfekten Urlaub plant man via Suchmaschine mit ungeahnter Präzision. So stellen sich Experten auf der 15. International World Wide Web Conference die Zukunft des Internets vor.

1200 Delegierte aus 46 Staaten, darunter beispielsweise auch internetmäßig weniger geläufige Länder wie Nicaragua und Nepal, diskutieren zusammen mit Technik-Vertretern von Unternehmen wie Motorola, Amazon, Yahoo, Nokia, oder Microsoft auf der Konferenz in Edinburgh, wie es mit dem Internet weiter gehen soll.

Ob allen Eltern gefällt, was den Experten nach einem Bericht des Guardian so vorschwebt? So sollen beispielsweise Babys irgendwann eine Web-Adresse anstelle der bisher in Großbritannien üblichen Sozialversicherungsnummer erhalten. Eine Art Internet-ID sozusagen, die fest an eine Person gekoppelt ist, die man ein Leben lang behält und unter der alle wichtigen Daten und Dokumente abgelegt werden. Als Name für diese etwas nach "Big Brother" klingende Nummer schwebt den Experten die Bezeichnung "URI - Uniform Resource Identity" vor. Damit könne sich der Inhaber überall identifizieren.

Damit lässt sie die Spur eines Menschen allerdings auch überall hin nachverfolgen. Und Identitätsdiebstahl dürfte als Straftatbestand alltäglich werden. Um Missbrauch mit diesen ab Geburt hinterlegten IDs und Daten zu vermeiden, solle ein spezielles Kontrollgremium geschaffen werden, wie die Experten fordern. Das wiederum klingt nun bedenklich nach noch mehr Bürokratie und Überwachung.

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